Eine bewegtere Lebensgeschichte als die der Katharina von Medici hätte der phantasiebegabteste Romancier kaum erfinden können: ein dramatisches Auf und Ab von Höhen und Tiefen, stets im Zeichen von Triumph und Bedrohung, Aufstieg und Absturz. Und zugleich eine Lehrzeit mit unvergesslichen Lektionen über den Menschen, über seine Gemeinheit und Grausamkeit, aber auch über seine Gefügigkeit, Formbarkeit und Lenkbarkeit durch die Techniken der Macht und des Terrors.
Was Niccolò Machiavelli (1469–1527) zur Ausbildung des perfekten Fürsten theoretisch niedergelegt hatte, erlebte Katharina von Medici in der rauhen Wirklichkeit: wie schnell Dankbarkeit in Hass umschlägt, wie wenig man sich auf Treueschwüre verlassen kann und dass es besser ist, gefürchtet zu werden als geliebt, dass man lügen und trügen, täuschen und sich des schönen Scheins bedienen muss, um Erfolg zu haben. Und wie schmal der Grat ist, auf dem die Herrschenden wandeln – und wie tief der Abgrund, in den sie bei fehlerhafter Ausübung ihrer Herrschaft zu stürzen drohen.





