Ausgestellt werden zum Beispiel zwei Originalentwürfe der russisch-französischen Malerin Sonia Delaunay, die die „reine Malerei“ in den Karten verewigte. Dazu verwendete Delaunay in ihren großflächigen Bildern lediglich die „reinen“ Farben rot, blau, gelb und schwarz, ohne Farbmischungen oder Schattierungen. Von der französischen Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle gestaltete Tarotkarten werden ebenso ausgestellt wie die großformatigen Linolschnitte von Marcel Göhring, der sich von Niki de Saint Phalle und dem klassischen Tarotspiel inspirieren ließ.
Desweiteren finden sich in der Ausstellung Besonderheiten, die in dieser Zusammenstellung noch nicht zu sehen waren: so etwa die Spielkartenentwürfe Hermann Roths und Jean Dubuffets. Der Mediziner und Chemiker Roth sprach vom „Spielkartenprinzip“, als er feststellte, dass die Formeln von organischen Natur- und Arzneistoffen die Geometrie einer Spielkarte besitzen, die aus zwei identischen, doppelt gespiegelten Hälften besteht. Grund genug für ihn, das Polyphenol Ellagsäure in der Spielkarte Herzkönig darzustellen.
Nicht unerwähnt bleiben dürfen die hourloupe Karten des Franzosen Dubuffet, einem der wichtigsten Vertreter der art brut, der „groben Kunst“. Die Besucher dürfen dabei sowohl staunen, wie der Künstler aus alltäglichen Telefonkritzeleien ein Kartenspiel erstellte als auch rätseln, warum Karten die Namen „der Garten“, „der Schuh“ oder „der Versager“ tragen.
Die 150 Kartenexponate stammen größtenteils aus den USA, Frankreich oder Baden-Württemberg. Abgerundet wird der Ausflug in die moderne Kunst mit zwölf großformatigen zeitgenössischen Malereien und Radierungen von „Bildermacher“ Achim Brückner, die ebenfalls ganz im Zeichen von König, Dame und Bube stehen.
Im Deutschen Spielkartenmuseum in Leinfelden-Echterdingen werden Kartenspiele systematisch gesammelt, archiviert und erforscht. Die Sammlung umfasst ungefähr 15.000 Kartenspiele, eine Spielebibliothek mit Archiv, eine Grafiksammlung und interessante kunstgewerbliche Gegenstände wie Kartenpressen, Druckstöcke, Gläser und Spieltische. Die in Leinfelden-Echterdingen archivierte asiatisch-indische Spielkartensammlung gilt als die weltweit umfassendste und auch schönste.





