Diese von SS-Standartenführer Paul Blobel geleitete „geheime Reichssache“, die als „Aktion 1005“ bezeichnet wurde, ist bisher niemals im Einzelnen rekonstruiert worden. Der Hamburger Historiker Andrej Angrick legt nun zwei voluminöse Bände mit seinen beeindruckenden Ergebnissen vor. Ob in Weißrussland oder der Ukraine, ob im Baltikum, dem „Generalgouvernement“ oder in Südosteuropa: Region für Region entfaltet sich ein Bild des Grauens. Angrick zeichnet die Entscheidungswege nach, charakterisiert die an dem „Projekt“ Beteiligten und schildert die konkrete Durchführung. Und man erfährt, was die Alliierten bzw. die Bündnispartner der Nazis von alledem wussten.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Andrej Angrick
„Aktion 1005“
Spurenbeseitigung von NS-Massenverbrechen 1942 – 1945
Wallstein Verlag, Göttingen 2019, 2 Bände, 1381 Seiten, € 79,–





