Die griechischen Städte in Unteritalien und Sizilien – man denke an Syrakus, Taormina oder Agrigent – ziehen Jahr für Jahr die Touristen an. Dieter Mertens, Direktor des „Deutschen Archäologischen Instituts“ in Rom, legt mit seiner Monographie „Städte und Bauten der Westgriechen“ erstmals eine Architekturgeschichte dieser Region vor, die sich nicht nur monumentalen Tempeln widmet, sondern in einer geglückten Synthese auch sonstige urbane Bauten der Magna Graecia mit einbezieht. Er widmet sich der Stadt „in ihren Mauern“ und bewegt sich – soweit möglich – in chronologisch geordneten Bahnen von Stadt zu Stadt. Fachkundig zeichnet er architektonische Umbrüche, wie die Monumentalisierung der Städte des 5. Jahrhunderts und die Herausbildung von Planstädten, nach. Besonders hervorzuheben ist die vorzügliche Bebilderung des Bandes, die sich allerdings auch in einem stattlichen Preis niederschlägt. Ein hilfreiches Glossar, eine umfangreiche Bibliographie, Karten von Unteritalien und Sizilien sowie ein Register runden den hervorragenden Band ab, der sich gleichermaßen an ein Fach- wie an ein Laienpublikum richtet.
Rezension: Sommer, Christopher





