Der 18. September 1991 war ein ungewöhnlich warmer Tag. Die Hobby-Alpinisten Erika und Helmut Simon hatten sich eine Bergtour vorgenommen. Vom Vernagtsee aus durchwanderten sie das Tisental und stiegen auf zum Niederjoch. Als es spät wurde, beschloss das Nürnberger Ehepaar, nicht umzukehren, sondern auf der über 3000 Meter hoch gelegenen Similaunhütte an der österreichisch-italienischen Grenze zu übernachten. Am nächsten Tag stiegen sie auf die nahegelegene, 3514 Meter hohe Fineilspitze. Auf dem Rückweg nahmen sie eine Abkürzung – und machten eine grausige Entdeckung: Der Oberkörper eines Toten ragte aus dem Eis. Helmut Simon machte ein Foto zur Dokumentation, dann eilten die Simons zurück zur Hütte.
Der Wirt Markus Pirpamer rief sofort bei den Carabinieri in Karthaus (Certosa) an. Der Diensthabende überprüfte die Vermisstenanzeigen und winkte dann ab: Er sei nicht zuständig, die Fundstelle liege in Österreich. Pirpamer verständigte daraufhin die Gendarmen auf der anderen Seite der Grenze. Doch auf der Wache in Sölden war gerade kein Alpingendarm – ein Gendarm für Gebirgseinsätze – verfügbar. Also wurden bei den Kollegen in Imst Alpingendarmen und ein Hubschrauber angefordert.





