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Suche nach einer neuen Wahrheit
In Italien – zunächst in Rom, dann in Mailand – machte Augustinus Karriere als Lehrer und Redner. Doch er war immer auch auf der Suche nach einer religiösen Heimat. Er fand sie schließlich im Christentum. 387 ließ er sich taufen.
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Als Augustinus im Sommer des Jahres 383 nach Italien aufbrach, ließ er nicht nur seine Mutter zurück, die er allein mit einer Lüge davon abhalten konnte, ihm zu folgen. Auch das Verhältnis zu seinem manichäischen Umfeld war gespalten. Noch fühlte er sich dieser Gruppe verbunden, aber nach der enttäuschenden Begegnung mit dem Manichäerbischof Faustus wuchsen die Zweifel an deren grundlegenden Überzeugungen. Trotz allem waren es zunächst seine manichäischen Freunde, die Augustinus halfen, in Rom unterzukommen.
Die Ewige Stadt war bei Augustinus’ Ankunft längst nicht mehr das politische Zentrum des Reiches. Veränderungen im Machtgefüge und militärische Notwendigkeiten hatten die Landkarte des Imperiums neu geordnet. Im Osten war seit 330 Konstantinopel, das neue Rom, zum Herrschaftssitz mit eigenem Senat aufgestiegen. Im Westen residierten die Kaiser inzwischen näher an den Außengrenzen, in Trier oder Mailand, später auch in Ravenna, stets bereit, auf die wachsenden Gefahren durch Barbareneinfälle zu reagieren.
Ideell, um nicht zu sagen ideologisch, blieb Rom hingegen der Mittelpunkt der Welt, und gerade in der alten Senatsaristokratie hielten sich klassische römische Wertvorstellungen mit einiger Beharrlichkeit – und mit ihnen eine Skepsis gegenüber der christlichen Religion. Für einen aufstrebenden jungen Lehrer der Rhetorik wie Augustinus boten die Reichen und Mächtigen der Stadt vor allem die Chance auf Patronage.
Nicht nur Augustinus erschien das damalige Rom als eine Lasterhöhle voller Eitelkeit, Korruption und brutaler Gladiatorenkämpfe. Seinem sonst so tugendhaften Freund Alypius, der bereits vor ihm nach Italien gegangen war, machten vor allem Letztere zu schaffen. Er erschrak darüber, dass er sich immer noch zu dem grausamen Spektakel hingezogen fühlte.
In Mailand lockt eine Stelle als professioneller Redner
Von den Begebenheiten innerhalb der christlichen Gemeinde Roms scheint Augustinus noch kaum Notiz genommen zu haben. Wie schon in Karthago bereiteten ihm seine Schüler Kummer. Zwar blieben die Rüpeleien der Provinzstudenten aus, dafür haperte es in Rom mit der Zahlungsmoral. Das lag nicht an Augustinus persönlich. Die Söhne einflussreicher Familien nahmen sich gegenüber einem freischaffenden Lehrer mitunter einiges heraus. In dieser Situation kam ein Angebot aus Mailand gerade recht.
Die Stadt hatte die Stelle eines Redners ausgeschrieben, der zu festlichen Anlässen Lobreden auf den Kaiser und hochrangige Personen des öffentlichen Lebens halten sollte. Solche Gelegenheiten gab es in Mailand reichlich, seit Kaiser Gratian (375 – 383) den Herrschaftssitz und das militärische Hauptquartier dorthin verlegt hatte.
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Die Stelle verhieß Reputation, ein geregeltes Einkommen und war für den Aufsteiger aus der Provinz ein entscheidender Schritt auf der Karriereleiter. Als Fürsprecher diente Augustinus der Stadtpräfekt Quintus Aurelius Symmachus, ein hochadliger Senator und bekennender Anhänger der alten Kulte – und ein Gegenspieler des Mailänder Bischofs Ambrosius. Augustinus waren diese Auseinandersetzungen damals noch egal. Nach einem überzeugenden Probevortrag sandte Symmachus ihn Ende 384 gen Norden.
Von Augustinus’ Arbeiten in seiner Funktion als Redner ist nichts erhalten. Glaubt man seiner nachträglichen Charakterisierung („ich musste viel lügen“), ist das vielleicht besser so. Es sollte auch nicht der Rednerberuf sein, der Augustinus’ weiteren Weg bestimmte, wichtiger waren seine Besuche philosophischer Gesprächszirkel und des örtlichen Gottesdienstes. Letzterer war die Arena des Bischofs Ambrosius.
Ambrosius war in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. Der Spross einer senatorischen Familie machte zunächst, wie es sich für seinen Stand gehört, Karriere als kaiserlicher Beamter in Mailand, bevor er noch als Katechumene (also in der mehrjährigen Vorbereitungszeit für die Taufe) zum Bischof der Residenzstadt ernannt wurde. Das Kirchenvolk wählte den beliebten Beamten 374 spontan per Akklamation, angeblich inspiriert durch den Ruf eines Kindes. Schon der Blick auf diese Karriere zeigt, dass weltliche und kirchliche Autorität mitunter ineinander übergehen konnten.
Die Christenheit ist von einer Einheit weit entfernt
Generell war die religionspolitische Landschaft der Zeit im Umbruch. Zwar bekannte sich ein stetig wachsender Teil der Bevölkerung und der Eliten des Reiches zum Christentum, und auch das Selbstverständnis der Herrscher veränderte sich. Heidnische Priestertitel wurden abgelegt, die Finanzierung alter Kulte wurde eingestellt. Doch konnte von einem christlichen Kaiserreich noch keine Rede sein. Feiertage und Spiele, Gebäude und Statuen zeugten überall noch von den alten Göttern, die für viele Christen als Dämonen fortlebten. Zu einer drastischen Benachteiligung und teils gewaltsamen Unterdrückung nichtchristlicher Kulte sollte es erst später unter Theodosius I. (Kaiser von Ostrom 379 – 394, 394/95 des Gesamtreichs) kommen.
Trotz konfessioneller Gegensätze gab es gerade unter den Gebildeten der Zeit genug Gemeinsamkeiten, und nicht jeder gesellschaftliche Konflikt wurde als religiöse Auseinandersetzung wahrgenommen. Von einer einheitlichen christlichen Gemeinde konnte ohnehin keine Rede sein. Das soziale Spektrum reichte von bizarren Gestalten, die allein in der Wüste hausten, über gewöhnliche Bürger bis hin zu Damen der High Society, welche die Jungfräulichkeit für sich entdeckten.
Und auch nach ihrer offiziellen Anerkennung bot die neue Religion vielfältigen Anlass für Streit: Lokale Kämpfe um den Bischofssitz, die mitunter blutig eskalierten – so geschehen in Rom zwei Jahrzehnte vor Augustinus’ Ankunft –, gab es ebenso wie die großen, reichsweiten Kontroversen.
Besonders eine davon sollte lange nachwirken: die Spaltung zwischen denen, für die Jesus ein Mensch war, von ihren Gegnern verächtlich Arianer, Anhänger des Arius, genannt, und jenen, die das trinitarische Dogma des Konzils von Nizäa (325) vertraten – danach ist Gott in Wesenseinheit drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ein solcher dogmatischer Streit hatte oft auch eine politische Komponente. Ambrosius etwa war, der katholischen Orthodoxie folgend, klar nizäisch eingestellt, bei Hof überwogen hingegen die Antitrinitarier.
Entsprechend kompliziert gestaltete sich das Verhältnis von Staat und Kirche oder, wie es für die Spätantike besser heißen sollte: Kaiser und Bischöfen. Während Augustinus’ Aufenthalt in Mailand ertrotzte der Bischof eine wichtige Kirche der Stadt für die katholische Seite und wies den Kaiser und seine Beamten damit in die Schranken. Geistliche Autorität ließ sich politisch mobilisieren. Später sollte Ambrosius sogar Kaiser Theodosius durch Androhung der Exkommunikation zum Einlenken zwingen.
Ambrosius wurde für Augustinus zu einer prägenden Figur, auch wenn sie sich anfänglich wohl kaum persönlich austauschten. Ehrfürchtig berichtet Augustinus etwa davon, wie er mit seinen Freunden den Bischof beim stillen Lesen in seiner Kammer beobachtet hatte; ein faszinierender Anblick, in einer Welt, in der es üblich war, beim Lesen laut mitzusprechen. Am meisten Eindruck aber machte Ambrosius, wenn er deutlich hörbar in der Kirche sprach, wo ihm auch Augustinus’ inzwischen nachgereiste Mutter lauschte.
Er galt trotz Hang zur Heiserkeit als großer Redner, und das war es, was Augustinus zunächst an ihm interessierte. Er ging, schrieb er später, vor allem aus professionellem Interesse in die Kirche, um sich ein Bild von der eloquenten Rhetorik des Bischofs zu machen. Doch obwohl es ihm kaum um den Inhalt ging, konnte der wortgewandte Bischof den jungen Augustinus von einem nagenden Problem befreien: Die biblischen Geschichten, die er von seiner Mutter kannte und deren Sprache ihn als junger Mann so abgestoßen hatte, konnte man auch ganz anders lesen, statt sie wie die Manichäer als Fälschung abzutun.
Ambrosius tat dies, indem er biblische Geschichten und Ereignisse, vor allem den Schöpfungsbericht, mehr bildhaft als wörtlich verstand. Manches, was da zum Beispiel im Buch Genesis über Himmel und Erde und Pflanzen und Tiere steht und Augustinus früher geschmacklos oder einfach unverständlich vorgekommen war, verstand Ambrosius vielmehr als Bild für die Schaffung der Seele.
Und auch Gott ist nicht ein gewaltig großes und mächtiges materielles Ding im Himmel oder jenseits der Welt, sondern ein geistiges Wesen. Was genau das heißt, sollte Augustinus noch viele Jahre beschäftigen. Aber mancher Widerspruch, der den jungen Augustinus irritiert hatte, ließ sich so ausräumen, und es tat sich eine interessante Alternative zum Materialismus der Manichäer auf.
Neben dem Bischof inspirieren ihn auch die antiken Philosophen
Obwohl Augustinus dem Mailänder Bischof in seinen Erinnerungen viele prägende Einsichten zuschreibt, ist es, vom Unterricht unmittelbar vor der Taufe abgesehen, irreführend, Ambrosius als seinen Lehrer zu bezeichnen. Was er in der Kirche hörte, beschäftigte ihn, darunter auch der neuartige Kirchengesang. Und Ambrosius sprach von Denkern, vor allem Platon, die auch für Augustinus interessant werden sollten. Aber er war noch nicht restlos überzeugt.
Vom Manichäismus hatte er sich abgewandt, aber er war noch nicht bereit, sich erneut zu binden. Er blieb im Status eines skeptischen Taufanwärters. Die katholische Lehre war, so schreibt er, „zwar nicht besiegt, aber auch noch nicht Siegerin“. Parallel zu den Kirchenbesuchen und zu seiner Redner- und Lehrertätigkeit widmete er sich weiterhin der Philosophie: Auch von dieser Seite erhielt er entscheidende Impulse.
Mit seiner Suche nach Antworten war Augustinus nicht allein. In Mailand traf er sich mit einem bunten Kreis von Dichtern und Denkern, darunter auch sein Jugendfreund Alypius. In diesem Umfeld kam er mit Schriften in Berührung, die er als „Bücher der Platoniker“ (libri platonicorum) bezeichnete. Genaue Titel werden nie genannt, aber sicher handelte es sich um lateinische Übersetzungen von Werken des neuplatonischen Philosophen Plotin, der gut 100 Jahre früher in Rom gelebt hatte und dessen Texte sein Schüler und Biograph Porphyrios gesammelt hat. Für Augustinus war diese Lektüre, wie er selbst später mehrfach betonte, eine bedeutende Entdeckung.
Die Philosophie des heute so genannten Neuplatonismus – Plotin selbst verstand sich als treuen Ausleger Platons – griff den Idealismus Platons auf, verband ihn aber auch mit Elementen aristotelischen Denkens und gab dem Ganzen nicht zuletzt einen mystischen Anstrich. Plotin spekulierte über die Entstehung der Welt aus dem gedanklich nicht mehr fassbaren Einen, über den Intellekt und die Seele, die sich zu diesem Einen hin- bzw. zurückwenden sollte. Er entwarf dabei eine kontemplative, wenn auch nicht völlig weltabgewandte Philosophie, deren höchstes Ziel in einer durchaus spirituell zu nennenden Versenkung im Einen bestand.
Es ist unwahrscheinlich, dass diese komplexe Materie von der überwiegenden Zahl spätantiker Leser in aller Breite und Tiefe erfasst wurde. Man las oft Zusammenfassungen, dazu noch, wie auch Augustinus, in Übersetzung. Ohnehin täuscht das Etikett des „Neuplatonismus“ ein einheitliches Denkgebäude vor, dass es so nie gab. Spätere Denker in der Tradition Plotins, etwa der Syrer Iamblichos, brachten verstärkt kultische und magische Beschwörungen, die sogenannte Theurgie, in das neuplatonische Denken ein. Marius Victorinus hingegen, der entscheidende Texte ins Lateinische übertrug, verband platonische Denkfiguren mit dem Christentum. So scharf waren die Grenzen zwischen heidnischer Philosophie und christlicher Religion nicht gezogen.
Augustinus überwindet mit Plotins Hilfe die Ideen der Manichäer
Unabhängig davon, was Augustinus genau in die Finger bekommen hatte: Dem jungen Lehrer eröffnete diese Lektüre einen neuen Zugang zum Christentum. So erlaubte Plotins dialektische Philosophie des Einen die Überwindung von Manis schroffem Dualismus, dessen Grenzen Augustinus längst deutlich waren. Auch kommt ein Leser Plotins nicht mehr auf die Idee, Gott als alles durchdringende, körperliche Substanz zu verstehen. Vieles, was Augustinus bei Ambrosius gehört oder bei Paulus gelesen hatte, erschloss sich ihm nun neu.
Gott, wie er das Eine nennen konnte, war Geist, kein Körper, war mehr ein Prinzip als eine Sache, schon gar keine, der eine böse Schöpfung gegenüberstand. Der Intellektualismus dieser Philosophie kam in Fragen des Lebensstils zu Antworten, die Augustinus sowohl von Manichäern als auch von Christen schon kannte: die Abkehr von körperlichen Freuden und das Ideal der Enthaltsamkeit. Doch Augustinus zögerte noch mit der Umsetzung.
Privat hielt er vorerst den Kurs, seine gesellschaftliche Stellung zu sichern und auszubauen. Die dazu geeignete Heirat nötigte ihm allerdings eine der schwersten Entscheidungen seines Lebens ab, und selbst wohlwollende Beobachter müssen zugeben: nicht seine nobelste. Denn an eine anerkannte Verbindung mit der Mutter seines Sohnes war nicht zu denken. Vielmehr verlobte sich Augustinus unter Vermittlung seiner Mutter mit einem wohlhabenden jungen Mädchen, das, damals nicht selten, fast 20 Jahre jünger war als er.
Seine Konkubine schickte Augustinus zurück nach Nordafrika, und da ihm die Jahre bis zur Heiratsfähigkeit seiner Braut wohl zu lang erschienen, nahm er sich bald eine neue. Seinen Sohn Adeodatus behielt er bei sich.
Aber er war mit dem eingeschlagenen Weg nicht mehr zufrieden, und die Begeisterung für den Beruf des „Wortverkäufers“, wie er im Rückblick spottet, war längst dahin. Dennoch brauchte es eine schwere Erkrankung, die ihm die Stimme nahm, um ihn endgültig davon zu befreien. Für irdische Reden verstummt, philosophisch schwankend und zögerlich hingezogen zu einer neuen Wahrheit: In diesem Zustand fand sich Augustinus schließlich in dem berühmten Garten wieder.
Kaum eine Bekehrung ist so bekannt, wurde so oft erzählt, gemalt und imitiert wie jene Gartenszene in Mailand im Sommer des Jahres 386: Augustinus sitzt mit seinem Freund im Schatten, sie diskutieren, ringen wie ungezählte Male zuvor um die Wahrheit, um die Glückseligkeit. Tränen fließen, Augustinus stürmt hinaus, wirft sich im Garten auf den Boden. In der Stille ist eine Kinderstimme zu hören, ein Abzählreim vielleicht: „Nimm und lies!“
Augustinus weiß, was gemeint ist. Er eilt ins Haus, ergreift eine Rolle mit seiner aktuellen Lektüre, Paulus, und die Worte (es ist „Römer“ 13, 3, eine Absage an weltliche Freuden) tun ihre Wirkung. Dies war der letzte Anstoß zur endgültigen Umkehr. Selbst für die Enthaltsamkeit war er nun bereit. Die Entscheidung zur Abkehr von der Welt war gefallen.
Die literarische Kraft der augustinischen Szene ist überwältigend, und es ist müßig, Details zu bezweifeln. Wichtiger und umstrittener ist die Einordnung dieses Ereignisses: Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass Augustinus auch ohne die dramatischen inneren Kämpfe die Taufe angenommen hätte. Heide war er nie, Manichäer nicht mehr. Die Option einer christlichen Ehe mit angesehenem Posten gab es durchaus; manche seiner Freunde ergriffen sie.
Es war darum keine reine Hinwendung zum Christentum, zu einer bestimmten Lehre oder Gemeinde, es ging darüber hinaus: Es war das Bekenntnis zu einem Lebensstil, für den Keuschheit zentral ist und der sein Glück endgültig nicht mehr in dieser Welt suchen will, sondern in Gott. Von der irdischen Karriere, von der Verlobten und der Geliebten sagte Augustinus sich auf immer los.
Mit der Taufe sind die Brücken zum alten Leben abgebrochen
Das Ende des Schuljahres wartete Augustinus noch ab, bevor er sich mit einem Kreis enger Freunde (wieder begleitete ihn die Mutter) nach Cassiciacum am Fuß der Alpen aufmachte, um auf dem Landgut eines Freundes der neuen Berufung nachzugehen. In philosophischen Gesprächen versuchte Augustinus, seine Begleiter, darunter der begabte Sohn, zur Wahrheit, wie er sie nun sah, zu führen.
Nicht alle waren gebildet wie er selbst, aber er glaubte an eine Erziehung zur Gotteserkenntnis, bei der „Philosophie und Religion nicht voneinander unterschieden sind“, wie er es wenig später formulierte. Die an diesem Ort aufgezeichneten Gespräche, mehr Protokolle als vollendete philosophische Abhandlungen, sind die ältesten der von Augustinus erhaltenen Schriften.
In der Osternacht des Jahres 387 wurde Augustinus schließlich in Mailand von Ambrosius getauft. Da alle Brücken zum alten Leben abgebrochen waren, beschloss die Gruppe, in die Provinz Africa zurückzukehren. Der Weg dazu führte über Ostia, Roms Hafenstadt, die zum Schauplatz einer letzten großen Erfahrung auf italienischem Boden wurde. Gemeinsam mit seiner Mutter erlebte Augustinus eine Art philosophisch-religiöse Ekstase, einen Aufstieg zu Gott, der seine Vorstellung vom Glück nachhaltig bestimmen sollte.
Bald darauf erkrankte Monnica und ging, in den Worten ihres Sohnes, „in ihre himmlische Heimat ein“. Nach einem weiteren mehrmonatigen Aufenthalt in Rom kehrte Augustinus, wie bei der Hinreise die Mutter zurücklassend, in seine irdische Heimat zurück.
Autor: Kai Preuss
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