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Technik-Innovation für Kunst und Kultur
Seit 2005 digitalisiert das Zentrale Bildarchiv des Münchner Stadtmuseums als funktionale Querschnittseinheit die mehrere Millionen Objekte umfassende Sammlung. Es befinden sich aktuell etwa 105 000 solcher Aufnahmen im Archiv, von denen ein repräsentativer Querschnitt zum Thema „München im 19. Jahrhundert“ in diesem Heft vorgestellt wird. Die Auswahl bezieht sich vor allem auf Objekte der Sammlung Graphik/Gemälde mit ihrem historischen Kern der Spezialsammlung Joseph Maillingers, der im 19. Jahrhundert eine „Bilder-Chronik der Stadt München“ angelegt hatte. Dazu kommen Objekte aus folgenden Sammlungen: der Sammlung Reklamekunst, welche die Entwicklung des Mediums von seinen Anfängen bis in die Gegenwart mit Schwerpunkten der Zeit um 1900 abbildet, sowie der Sammlung Fotografie. Diese beherbergt neben internationalen Beständen aus zwei Jahrhunderten Nachlässe von Münchner Fotografen wie Franz Hanfstaengl, Alois Löcherer und Philipp Kester. Weitere Bilder und Ansichten der Stadt…
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Seit 2005 digitalisiert das Zentrale Bildarchiv des Münchner Stadtmuseums als funktionale Querschnittseinheit die mehrere Millionen Objekte umfassende Sammlung. Es befinden sich aktuell etwa 105 000 solcher Aufnahmen im Archiv, von denen ein repräsentativer Querschnitt zum Thema „München im 19. Jahrhundert“ in diesem Heft vorgestellt wird. Die Auswahl bezieht sich vor allem auf Objekte der Sammlung Graphik/Gemälde mit ihrem historischen Kern der Spezialsammlung Joseph Maillingers, der im 19. Jahrhundert eine „Bilder-Chronik der Stadt München“ angelegt hatte. Dazu kommen Objekte aus folgenden Sammlungen: der Sammlung Reklamekunst, welche die Entwicklung des Mediums von seinen Anfängen bis in die Gegenwart mit Schwerpunkten der Zeit um 1900 abbildet, sowie der Sammlung Fotografie. Diese beherbergt neben internationalen Beständen aus zwei Jahrhunderten Nachlässe von Münchner Fotografen wie Franz Hanfstaengl, Alois Löcherer und Philipp Kester. Weitere Bilder und Ansichten der Stadt München finden sich unter anderem in den umfangreichen Sammlungen des Münchner Stadtarchivs, des Bayerischen Nationalmuseums, der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Bayerischen Staatsbibliothek.
Pioniere der Reproduktionstechnik legen wichtige Grundlagen
Im 19. Jahrhundert wurden in rascher Abfolge diverse Reproduktionstechniken wie die Lithographie, die Fotografie und die Autotypie entwickelt, deren Errungenschaften unseren Blick auf die Welt bis heute prägen. Damals war die bayerische Landeshauptstadt jedoch nicht nur ein attraktives Motiv für die neuen Bildverfahren. In München wurde auch Mediengeschichte geschrieben: Pioniere wie Joseph von Fraunhofer (1787 –1826), Joseph von Utzschneider (1863 –1840) und auch Georg von Reichenbach (1771 –1826) machten die Stadt Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der Optik und legten den Grundstein für neue mediale Techniken. Carl August von Steinheil (1801 –1870) und Franz von Kobell (1803 –1882) arbeiteten an der apparativen Aufzeichnung der Natur auf Papier (Kalotypie) und auf Metall (Daguerreotypie), noch bevor 1839 der Wettstreit um die Erfindung der Fotografie, ausgehend von der französischen Presse, ein internationales Echo provozierte.
Darüber hinaus spielte München eine weitreichende Rolle für die massenhafte Verbreitung von Bildern. Hier wurde um 1800 das Flachdruckverfahren der Lithographie entwickelt, das zum meistverwendeten farbigen Druckverfahren seiner Zeit aufstieg. Es wurden Verlage zur massenhaften Vervielfältigung ganzer Gemäldesammlungen gegründet und damit die Räume der Kunst demokratisiert. Schließlich wurde in München die Autotypie entwickelt, ein Druckverfahren, das es seit 1880 ermöglichte, fotografische Vorlagen in Büchern und Zeitungen zu reproduzieren und zu verbreiten. Bevor die Bilder durch diese neuen Reproduktionstechniken „mobil“ wurden, hatten Zeichner, Stecher und Maler die Stadt porträtiert.
Kunst im Auftrag der Krone spiegelt die Veränderung des Stadtbilds
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Im 19. Jahrhundert stand München im Zeichen der Monarchie. 1806 wurde das Kurfürstentum Bayern im Zuge der Neuordnung Europas unter Kaiser Napoleon vergrößert und zum Königreich ausgerufen. Damit wurde München zur königlichen Residenzstadt – ein politischer und soziokultureller Wandlungsprozess begann, der sich thematisch in der zeitgenössischen Kunst spiegelte. Unter der Krone entstand in München das heute als Oktoberfest bekannte, größte Volksfest der Welt, das in den folgenden Jahrzehnten vielfach bildlich dokumentiert wurde.
Das Pferderennen, auf das die Veranstaltung ursprünglich zurückgeht, fand erstmalig am 17. Oktober 1810 anlässlich der Vermählung des Kronprinzen Ludwig mit Therese Charlotte Luise Friederike Amalie von Sachsen-Hildburghausen auf einer vor der Stadt gelegenen Wiese (später zu ihren Ehren „Theresienwiese“ genannt) statt – rund 40 000 Menschen waren dabei. Im Auftrag des Kronprinzen hielten lokale Genremaler wie Wilhelm von Kobell (1766 –1855), Peter Hess (1792 –1871) oder Heinrich Adam (1787 –1862) die Festivitäten bildlich fest. Die Künstler malten seinerzeit verschiedene Genres für das Königshaus, darunter überbordende Darstellungen großer Schlachten, an deren Kompositionsprinzipien sich bisweilen auch die Interpretationen der Vermählungsfeierlichkeiten orientierten.
Zum anderen spiegelt sich in den zeitgenössischen Bildern die starke Veränderung des Stadtbildes wider, die mit dem Beschluss zur Niederlegung der Stadtbefestigung 1791 ermöglicht worden war und die nach der Jahrhundertwende Gestalt annahm. Unter den wittelsbachischen Monarchen Maximilian I. Joseph, Ludwig I. und Maximilian II. erlebte München den Ausbau zur repräsentativen Residenz- und Universitätsstadt. Die Maxvorstadt entstand als planmäßige Stadterweiterung. Daran schloss der Ausbau einer Prachtallee zum Schloss Nymphenburg an. Das Nationaltheater wurde erbaut, der Viktualienmarkt errichtet.
Sukzessive verlagerte sich das geographische Zentrum vom Schrannenplatz mit dem Rathaus (heute: Marienplatz) zum Max-Joseph-Platz mit dem Königsbau der Residenz sowie dem Hof- und Nationaltheater, der bereits zuvor das politische Zentrum der Stadt gewesen war. Mit Übernahme der Regierungsgeschäfte durch König Ludwig I. im Jahr 1825 entwickelte sich München zu einer weithin bekannten Kunststadt, die sich architektonisch an antik-klassischen Vorbildern orientierte. Prunkbauten wie die Glyptothek, die Alte und die Neue Pinakothek, Kirchen, die Feldherrnhalle und das Siegestor wurden erbaut, aber auch der Königsplatz, die Ludwigsstraße und der Odeonsplatz.
Populäre Motive der Zeit waren die repräsentativen neuen Straßenzüge und Architekturen. Zugleich formte sich ein idealisiertes Bild des „Alten München“ mit seinen verlorenen Gebäuden wie dem „Schönen Turm“, das von einem aufkommenden historischen Bewusstsein zeugte.
Am Beispiel der Bavaria: neue Formen der Vervielfältigung
Während die im Auftrag des Königs entstandenen Gemälde nur einem ausgewählten Publikum am Hof zugänglich waren, multiplizierten sich die Adressatinnen und Adressaten von Bildern im Lauf des 19. Jahrhunderts durch die Entwicklung von Reproduktionstechniken wie Lithographie, Fotografie und Autotypie. An den verschiedenen Darstellungen der Bavaria-Statue, einem Bauwerk mit großem Symbolcharakter, das als technische Meisterleistung galt, ohne das etwa die amerikanische Freiheitsstatue nicht denkbar gewesen wäre, lässt sich diese Veränderung der Medienlandschaft gut ablesen. Die kolossale Bronzestatue steht als weibliche, personifizierte Allegorie für das Staatsgebilde Bayern und wurde 1843 bis 1850 nach Entwürfen des Hofarchitekten Leo von Klenze (1784 –1864) und des Bildhauers Ludwig von Schwanthaler (1802 –1848) oberhalb der Theresienwiese errichtet.
In den Jahren ihrer Entstehung wurden spektakuläre Ansichten des fragmentierten Körpers – die Statue konnte aufgrund ihrer Größe nicht in einem Stück gegossen werden – von verschiedenen Architektur- und Genremalern wie Wilhelm Gail (1804 –1890), Georg Köbel (1807 –1894), Friedrich Wilhelm Schoen (1810 –1886) oder dem „Malerfürsten“ Friedrich August von Kaulbach (1850 –1920) angefertigt. All diese Männer hatten eine Ausbildung an den Kunstakademien durchlaufen und arbeiteten nun für den Hof. Weiblichen Malerinnen war dies nur in Ausnahmefällen möglich.
Im Vergleich zu diesen idealisierten Gemälden, die verschiedene Parallelhandlungen und Erzählstränge zu einem Bild verdichten, haben die Bilder des bayerischen Fotopioniers Alois Löcherer (1815 –1862) den Charakter einer Momentaufnahme. Löcherer begleitete erst den komplexen Transport und dann die Installation der Bavaria im Jahr 1850 – kurioserweise allerdings ohne ihre Fertigstellung zu dokumentieren. Er hielt seine Beobachtungen in Kalotypien, einem frühen Fotoverfahren auf Salzpapier, fest.
Die weiteste Verbreitung fanden jedoch nicht diese empfindlichen Papierbilder, von denen keine publizistische Verwertung belegt ist, sondern eine Skizze aus der Hand Schwanthalers, die als „Modell der Bavaria“ durch die Druckmedien der Zeit, namentlich die „Illustrirte Zeitung“ 1843 und dann die „Illustrated London News“ 1847 mäanderte. Der Publikationskontext im zeitgenössischen Zeitungswesen zeigt die überregionale und auch die internationale Bedeutung des Gusswerks auf. Und er markiert die beginnende Bebilderung von Drucksachen, die erst in den 1840er Jahren mit den neuen reproduzierbaren Bildern einsetzte – zunächst der Lithographie und seit den 1880er Jahren der Autotypie, die den manuell hergestellten Holzstich bei der Wiedergabe von Bildvorlagen, speziell von Fotografien, ablöste.
Stadtbildfotografie im Zug der Industrialisierung
Im Werk Alois Löcherers stellen die Bavaria-Aufnahmen die Ausnahme dar. Denn die ersten gewerblichen Fotografinnen und Fotografen waren in den 1840er Jahren nicht auf der Straße im Einsatz, sondern arbeiteten zunächst in Studios und fertigten vor allem Porträts ihrer Kundschaft an. Männer waren oftmals als Lithographen oder Stecher ausgebildet und erweiterten mit der Fotografie ihr technisches Repertoire. Frauen wie Bertha Wehnert-Beckmann (1815 –1901) in Dresden, Emilie Bieber (1810 –1884) in Hamburg oder Antoinette Correvont in München (Lebensdaten unbekannt), die früh professionelle Fotogewerbe betrieben, waren mehrheitlich Autodidaktinnen. In den 1850er Jahren, mit dem Aufkommen eines neuen Fotoverfahrens, begann das eigentliche Zeitalter der Stadtbildfotografie – die bestehenden Techniken gerieten zunehmend in den Hintergrund.
In München spezialisierte sich Georg Böttger (1821 –1901) auf Architekturansichten. Er nahm 1858 anlässlich des 700-jährigen Stadtjubiläums ein monumentales, elfteiliges Rundpanorama von München mit einer Gesamtlänge von 450 Zentimetern auf. Und er dokumentierte die unter Ludwig I. errichteten Baudenkmäler mit dem sich ausbreitenden nassen Kollodiumverfahren. Entscheidend war bei dieser Technik, dass sie Glasplatten als Negative einsetzte und damit gute Möglichkeiten der Reproduktion bot. Anders als in den frühen Unikatverfahren auf Metall (Daguerreotypie) und den frühen Reproduktionsverfahren auf Papier (Kalotypie) konnten nun viele Papierabzüge von einem auf Glasplatte aufgenommenen Negativ hergestellt und eine hohe Detailgenauigkeit erzielt werden.
Auch Franz Hanfstaengl (1804 –1877) und Joseph Albert (1825 –1868) gehörten zur ersten Generation, die das architektonische Stadtbild Münchens mithilfe der Fotografie dokumentierte. Sie alle präsentierten Proben ihrer Verfahren auf der „Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung“, die im Jahr 1854 im eigens erbauten, repräsentativen Glaspalast nahe dem alten Botanischen Garten in München ausgerichtet wurde.
Das Aufkommen der neuen Medien und Reproduktionstechniken fiel in die Zeit der Industrialisierung und war selbst ein Zeichen dafür. In allen Lebensbereichen vollzogen sich soziale, technische und kulturelle Umwälzungen, die am Erscheinungsbild der Stadt München sichtbar wurden. Die Landwirtschaft verschwand schrittweise, Fabriken entstanden. Leben und Arbeit der Menschen orientierten sich von der Peripherie ins Zentrum. Externe Arbeitskräfte wurden angeworben, der erste Bahnhof 1847 erbaut.
Mit etwa 600 000 Einwohnern war München 1910 die viertgrößte Stadt Deutschlands. Viele der eingemeindeten Bezirke wie Giesing, Sendling oder die Schwanthaler Höhe entwickelten sich zu Arbeitervierteln. Fotografinnen und Fotografen bildeten um die Jahrhundertwende nicht mehr nur die repräsentativen Prunkbauten, sondern dieses sowohl bürgerliche als auch proletarische München ab und dokumentierten den Wandlungsprozess im Stadtbild systematisch. Georg Pettendorfer (1858 –1945) etwa arbeitete seit 1895 an einer umfassenden Bildersammlung Münchens, die er auf Glasplatten aufnahm und dann als Lichtdrucke und als Echt-Fotopostkarten in Umlauf brachte. Seine Bestandsaufnahme umfasst vier Jahrzehnte und sowohl das Zentrum als euch die Außenbezirke Münchens, deren Wachstum er mit zeitlichem Abstand bisweilen mehrfach dokumentierte. Überwiegend waren Pettendorfers Postkarten nicht für den Versand gedacht, sondern adressierten das Münchner Besitzbürgertum, das neben Porträtaufnahmen ihre erworbenen oder gepachteten Häuser, Geschäfte, Gewerbe oder Wohnungen abgebildet wissen wollte.
Parallel zu solch systematischen Dokumentationen der städtischen Architektur kam das Genre der sogenannten Moment- oder Straßenfotografie auf. Seit den 1880er Jahren wurde es durch technische Entwicklungen wie handlichere Kameratypen und die Vereinfachung der Aufnahmeprozedur möglich, nicht nur stillstehende Architekturen, sondern auch Menschen und Szenen auf den Straßen zu fotografieren, was das Bild von München vor allem in sozialer Hinsicht prägte. Mit der Illustrationsfotografie, einer Frühform der visuellen Presseberichterstattung, entstand ein neues Arbeitsfeld, das unter anderem der Autodidakt Philipp Kester (1873 –1958) bediente. Dieser fertigte als selbständiger fotografischer Unternehmer in München und Berlin vor allem Porträt- und Genreaufnahmen an – als Chronist aktueller Ereignisse, wie die Mehrzahl der Berufskollegen, verstand er sich nicht.
Kester behandelte fotografische, journalistische und verlegerische Tätigkeiten gleichwertig und gründete bereits 1905, als sich die illustrierte Presse überhaupt erst zu formieren begann, seinen „Verlag für Presseillustrationen“, der weltweit operierte. Seine Fotografien aus München und Berlin zeigen Alltagsszenen der proletarischen, kleinbürgerlichen Bevölkerung.
Zeitung, Plakat und Reklame bilden die „Galerie der Straße“
Um die Jahrhundertwende vermehrten sich die Orte, an denen die Betrachtung von Bildern stattfand. Das aufkommende Zeitungswesen mit seinen aktuellen und illustrativen Bebilderungen, die auf die neuen Reproduktionstechnologien setzten, war einer davon. Neben den königlichen Gemäldesammlungen, die 1836 mit Gründung der Alten Pinakothek in museale Strukturen überführt wurden, entstanden im 19. Jahrhundert zudem Spezialmuseen mit höfischer Struktur wie das Bayerische Nationalmuseum (1855). Erst die Gründung des Münchner Stadtmuseums (1888) kann als Anzeichen einer bürgerlichen Struktur gelesen werden – es wandte sich gezielt an die gesamte Breite der Bevölkerung. Und auch der öffentliche Raum wurde Ende des 19. Jahrhunderts vermehrt zum Informationsträger für visuelle Inhalte. Mit dem Aufkommen der Lithographie formierte sich eine von bebilderten Plakaten dominierte „Galerie der Straße“ als öffentlicher Präsentationsort. Bekannte Maler wie Franz von Stuck (1863 –1928) oder Richard Riemerschmid (1868 –1957) gestalteten Plakate für Kunst- und Landesausstellungen.
Nach 1900 rückte das kommerzielle Ziel der Warenreklame in den Vordergrund. In München war diese Entwicklung eng verknüpft mit dem Namen Ludwig Hohlwein (1874 –1949). Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs war die Warenwerbung immer mehr in die Hände von professionellen, an Akademien, Fach- und Kunstgewerbeschulden ausgebildeten Plakatentwerfern und Gebrauchsgrafikerinnen übergegangen. Dazu zählen etwa Emil Preetorius (1883 –1973), Hans Rudi Erdt (1883 –1925) oder Dora Brandenburg-Polster (1884 –1958).
Obwohl neue Reproduktionstechnologien wie Lithographie, Fotografie und Autotypie die Entwicklung von München zur führenden Medienstadt im 19. Jahrhundert prägten, fiel die Vorrangstellung der süddeutschen Metropole nach der Jahrhundertwende allmählich an die Reichshauptstadt Berlin. Dort hatten die einflussreichen Zeitungsverlage Ullstein, Mosse und Scherl, die Redaktionen der tonangebenden illustrierten Blätter und die meisten Pressefotografinnen und -fotografen ihren Sitz. Auch die Künstlerszene fand nach 1900 in Berlin einen neuen Ort des Wirkens.
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