Was als Zufallsfund bei Renovierungsarbeiten eines Villinger Bürgerhauses ans Tageslicht kam, entwickelte sich zu einer kulturhistorischen Sensation: Die beidseitig bemalten Bretter waren Teil der fast 300 Jahre alten Kulisse eines klösterlichen Schultheaters. Ein solcher Fund ist europaweit einmalig und wirft ein neues Licht auf die Theaterkultur im Zeitalter des Barock.
Brett für Brett wurden die Malereien gereinigt, so dass sie jetzt wieder in einem sehr guten Zustand sind. Wie bei einem Puzzle wurden die Einzelbretter zu sechs Szenen zusammengefügt: Wiedererstanden sind so ein Palast, ein Wald, ein höfischer Garten und eine Stadt.
Der Fundort der Fragmente in Villingen liegt nur wenige Schritte vom Benediktiner- und Franziskanerkloster entfernt. In beiden Klöstern gab es Schulen, die Theateraufführungen zeigten. So lag es nahe, die Bühnenbilder einem dieser beiden Klöster zuzuordnen und weitere Ermittlungen einzuleiten. Unter anderem ergaben Untersuchungen mit der Jahrringmethode eine Datierung zwischen 1669 und 1734. Durch eine Bauuntersuchung konnten die ursprüngliche Lage und Größe des Theatersaals im ehemaligen Schulgebäude des Benediktinerklosters rekonstruiert werden.
Die Theaterkulissen stecken voller Rätsel, ihre Erforschung erfordert detektivisches Gespür. Die Ausstellung versetzt den Besucher selbst in den Mittelpunkt des Geschehens. Durch einen erfundenen Kriminalfall kann er sich über das Auffinden der Bretter, ihre Zuordnung, Datierung und Restaurierung vertraut machen.





