Schon am Abend vor dem 11. Oktober 1347 hatte Ludwig der Bayer ein Stechen in der Brust und Unwohlsein verspürt. Frische Luft, so hoffte er, würde ihm Linderung verschaffen. So ritt er am nächsten Tag bei Puch in der Nähe von Kloster Fürstenfeld zur Jagd. Dort erlitt er offenbar einen Herzinfarkt, der ihn vom Pferd stürzen ließ. Der Kaiser starb in den Armen eines Bauern. Zunächst brachte man ihn nach Fürstenfeld zur dortigen Grablege seiner Eltern. Drei Tage lang wurde er dort aufgebahrt. Während sein Herz im Sarg seines Vaters beigesetzt wurde, überführte man Ludwigs Leichnam nach München. Eigentlich hätte ihm allerdings ein kirchliches Begräbnis verwehrt bleiben müssen, denn im Thronstreit zwischen Habsburg und Wittelsbach hatte Papst Johannes XXII. Ludwigs Kaiserwürde nicht anerkannt und über ihn den Kirchenbann verhängt. Dennoch fand der streitbare Wittelsbacher in prunkvoller Zeremonie im Chor der Marienkirche, der bedeutendsten Münchner Pfarrkirche, neben seiner ersten Gemahlin Beatrix von Glogau seine vermeintlich letzte Ruhestätte, bis das Gotteshaus 1468 abgerissen wurde. An seiner Stelle entstand die Liebfrauenkirche, der heutige Dom, erbaut als monumentales Mausoleum für den Kaiser. Sein Hochgrab im Chor bildete das Zentrum der Kirche. Im Lauf der Jahrhunderte wechselte das Kaisergrab jedoch noch mehrmals seinen Standort. Heute befindet sich Ludwigs prächtiges frühbarockes Grabmal am Westende des südlichen Seitenschiffes des Münchner Doms. Allerdings ist es ein Kenotaph, ein leeres Grab: Wo die Gebeine Ludwigs des Bayern, der bis heute nicht vom Bann gelöst ist, nach all den Translationen verblieben sind, ist bis dato nicht bekannt.





