Zum Synonym für die Nazi-Aktionen gegen Kinder in Österreich wurde die „Nervenheilanstalt“ bzw. die „Fürsorgeanstalt“ „Am Spiegelgrund“ in Wien. Etwa 700 Kinder sind hier bis 1945 getötet worden. Als „aufsässiges“ Kind wurde Alois Kaufmann mit neun Jahren ins Heim eingeliefert. Sein erschütternder Bericht aus der Kinderperspektive, verfasst in einer präzisen, eindringlichen Sprache, schildert nicht nur die grausame Abrichtung der Kinder zu willenlosen Befehlsempfängern, sondern auch die gezielte Tötung von Schicksalsgefährten. Die Verantwortlichen blieben nach dem Krieg meist unbehelligt, die Leiden der Opfer wurden lange totgeschwiegen – auch davon erzählt das Buch.
Rezension: Talkenberger, Heike





