Voller Sympathie, dabei jenseits von kritikloser Beweihräucherung oder politischer Vereinnahmung, zeichnet er den Lebensweg Rosa Luxemburgs nach, der 1871 in Zamość im russischen Teil Polens als Tochter einer jüdischen Familie begann und 1919 in Berlin gewaltsam endete – die Politikerin wurde von Angehörigen des Garde-Kavallerie-Schützen-Regiments ermordet. Wir lesen von Luxemburgs Kindheit und Jugend und davon, was sie antrieb. Mit ihren Positionen hat Luxemburg sowohl die Sozialdemokratie als auch die Kommunisten herausgefordert. Die brillante Rednerin und so leidenschaftliche wie kompromisslose Kämpferin für ihre Ideale wirkte polarisierend, und viele Zeitgenossen, darunter auch politische Mitstreiter, hatten größte Schwierigkeiten mit ihrem engagierten Auftreten, das schnell als „weibliche Hysterie“ diffamiert wurde. Piper ist es zu verdanken, dass Rosa Luxemburg als Persönlichkeit Kontur gewinnt, nicht zuletzt durch die
Zitate aus ihren Briefen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Ernst Piper
Rosa Luxemburg
Ein Leben
Karl Blessing Verlag, München 2018, 832 Seiten, € 32,–





