Standen die beiden Neuvermählten 1089 nun am Beginn trauten Eheglücks? Adelheid, so heißt es, wurde in Verona von ihrem Gemahl gleichsam unter Bewachung gehalten. 1094 gelang ihr die Flucht zu Markgräfin Mathilde von Tuszien. Noch immer tobte der Investiturstreit, und Mathilde war eine entschiedene Anhängerin des Reformpapsttums und damit antikaiserlich. Heinrichs Gegnern kam es sehr gelegen, dass die entflohene Adelheid Mathilde ihr Herz über ihre unglückliche Ehe ausschüttete. Auf einer Kirchenversammlung in Piacenza berichtete Adelheid Papst Urban II. persönlich von Untreue und ungeheuerlichen sexuellen Perversionen des Kaisers – alles von Chronisten sorgfältig festgehalten.
Will man nicht der antikaiserlichen Propaganda auf den Leim gehen, wird man diese Quellen aus dem Lager der Papst-Anhänger mit eher kritischem Blick beäugen. Aber dennoch, glücklich war die Ehe nicht, die da 1089 geschlossen wurde. 1095 wurde sie geschieden, woraufhin sich Adelheid in ein Kloster in Kiew zurückzog.





