Bereits zum achten Mal verleiht die traditionsreiche Brauerei Krostitzer aus Sachsen unter dem Motto „Heldenhaft: Geschichte für die Nachwelt lebendig halten“ einen mit 5000 Euro dotierten Preis für Laien- oder Freizeithistoriker, die Geschichte weder studieren bzw. studiert haben, noch auf diesem Feld professionell tätig sind. „Egal ob Ortschronist, Adelsforscher oder Hüter eines Archivs geschichtlich wertvoller Dokumente, jeder, der sich um die Aufbereitung der Geschichte seiner Heimat verdient gemacht hat und sie für die Nachwelt lebendig hält, kann am Wettbewerb teilnehmen“, sagt Brauereichef Wolfgang Welter. Thematische Vorgaben gibt es nicht. Die einzige Bedingung ist, dass das Thema geographisch im mitteldeutschen Raum, also in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen, angesiedelt sein muss und die Arbeit nicht älter als fünf Jahre sein sollte. Der mitteldeutsche Historikerpreis „Ur-Krostitzer Jahresring“ wurde anlässlich des 470-jährigen Jubiläums der Krostitzer Brauerei im Jahr 2004 ins Leben gerufen. Hinter der Idee steckt die Motivation, die Menschen anzuregen, sich aktiv mit der Geschichte ihrer Heimat auseinanderzusetzen, denn „Zukunft braucht Herkunft“.
An Hand der eingesendeten Bewerbungen erstellt die Jury sechs Themenkategorien, je nach Themenvielfalt und Bandbreite beispielsweise Dorfchroniken, Biographien, Wirtschaft oder Kriegs- und Nachkriegsgeschichte, in denen je ein Gewinner ermittelt wird. So lassen sich die Arbeiten besser vergleichen und gleichzeitig kann eine größere Anzahl an Hobbyhistorikern für ihre Arbeit gewürdigt werden. Zusätzlich zu den sechs Gewinnern in den jeweiligen Kategorien, die sich ein Preisgeld von insgesamt 3 000 Euro teilen, wird ein Gesamtsieger gekürt, dessen Leistung unter allen Einsendungen besonders heraussticht und mit einem Preisgeld von 1 500 Euro prämiert wird. Zudem erhält der Gesamtsieger den „Ur-Krostitzer Jahresring 2011“, eine massivgoldene Nachbildung des Rings, den der Schwedenkönig Gustav II. Adolf 1631 dem Krostitzer Brauereimeister als Dank für den „wohlschmeckenden Labetrunk“ überreichte. Für junge Historiker (Mindestalter 16 Jahre) wird ein Jugendsonderpreis ausgelobt, der das Engagement und Interesse an der Geschichte mit 500 Euro würdigt.
Die Bewertung der eingesendeten Arbeiten übernimmt eine fachkundige Jury. Den Juryvorsitz hat seit Beginn Manfred Straube inne, der bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1995 als Professor für Geschichte an der Universität Leipzig tätig war. Daneben gehören Wolfgang Welter, Geschäftsführer der Krostitzer Brauerei sowie Maik Reichel, Museumsdirektor von Schloss Lützen dem Gremium an. In der Schlacht von Lützen, einer der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges, starb 1632 König Gustav II. Adolf.
Die Bewerbung ist bis zum 12. August 2011 bei der Radeberger Gruppe KG, c/o Krostitzer Brauerei, Brauereistraße 12 in 04509 Krostitz, Stichwort „Ur-Krostitzer Jahresring“, möglich. Die Unterlagen müssen eine komplette maschinengeschriebene Ausarbeitung des Forschungsprojektes, wenn vorhanden eine Bildauswahl (wahlweise digital oder analog) sowie einen kurzen Lebenslauf enthalten. Da das Material bei der Brauerei verbleibt, sollten keine Originale zugesendet werden. Auf Wunsch werden die Arbeiten aber zurückgeschickt. Alternativ ist die Bewerbung per E-Mail an jahresring@ur-krostitzer.de möglich. Die Preisverleihung findet voraussichtlich Anfang November dieses Jahres statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.





