Mit jugendlichem Hochmut sah Ennius auf diese Dichter herab. Er mischte den Kulturbetrieb auf, führte den gediegenen Hexameter auch im Lateinischen ein und verfasste ein gewaltiges Epos: die „Annalen“. In 18 Büchern besang er Roms Geschichte bis zu seiner eigenen Zeit. Aristokratische Mäzene finanzierten seinen Lebensunterhalt. Marcus Fulvius Nobilior schätzte den Poeten sogar so sehr, dass er ihn auf seinen Feldzug nach Ätolien mitnahm. Ganz unbescheiden sah sich Ennius als zweiter Homer, und tatsächlich war er der Star in Rom. Noch 150 Jahre später gehörten seine Werke zum Literaturkanon eines gebildeten Römers, und er gilt bis heute als Begründer der lateinischen Poesie. Den selbstbewussten Ennius hätte das vermutlich nicht überrascht. In einem Gedicht verbot er jegliche Trauer um sich selbst: „Ich fliege lebend durch die Münder der Männer“, schrieb er.





