Über Generationen trugen die Orte erbitterte Kämpfe aus, bis die Römer Furius Camillus zum Diktator ernannten und dieser mit einem Heer gegen die Etrusker zog. Doch es gelang ihm nicht, die Stadt einzunehmen. Die römische Überlieferung stilisierte diesen Kampf zu einer jahrelangen Belagerung, die an Troja erinnerte. Camillus erkannte, dass sein Heer nicht gegen die Stadtpatronin Vejis, Juno Regina, ankam. Also führte er das Ritual der sogenannten Evocatio durch. Dieses „Heraus-rufen“ bestand in einem klaren Deal: Wenn Juno Veji nicht mehr schützte, würden die Römer sie zu sich holen und ihr einen viel prächtigeren Tempel zu ihrer Verehrung errichten. Offenbar ließ sich Juno Regina bestechen: Die Römer nahmen 396 v. Chr. Veji ein und überführten Junos Kultbild nach Rom, wo sie als „ausländische“ Gottheit außerhalb der Stadtmauern in einem Prachttempel ihre neue Heimat fand.





