Nachdem er mit Familie und Gefolge zunächst bei einem niederländischen Adligen untergekommen war, bezog Wilhelm im Frühjahr 1920 das von ihm gekaufte Haus Doorn nahe Utrecht. Dort tat er die nächsten gut zwei Jahrzehnte bis zu seinem Tod 1941 meist das, womit er sich schon während des Weltkriegs die Zeit vertrieben hatte: Er trank Tee, hackte Holz und ließ sich von seinem – arg zusammengeschrumpften – Hofstaat als „Majestät“ anreden und umsorgen.
Außerdem begann er nun, Memoiren zu schreiben. In diesen Lebenserinnerungen wie in unzähligen Gesprächen und Briefen präsentierte der ehemalige Kaiser seine ganz persönliche Erklärung für die Revolution und seinen Sturz. Mit bitteren Vorwürfen überzog er alle möglichen Nationen, Gruppen und Einzelpersonen, die ihn „verraten“ und das Ende der Monarchie verschuldet hätten: die perfiden Engländer, die rachsüchtigen Franzosen, die verschlagenen Amerikaner, die russischen Bolschewiken, die Freimaurer, die Juden, die SPD, die Liberalen und die deutschen Militärs. Allein er selbst erschien in diesen Verschwörungsgeschichten als völlig schuldlos.





