Richard Löwenherz war krank, ein schweres Fieber zehrte an seinen Kräften. Tage zuvor hatte er an der Spitze des Kreuzfahrerheeres einen glänzenden Sieg über Sultan Saladin errungen und die bedeutende Hafenstadt Jaffa zurückerobert. So voller Bewunderung soll Saladin für Richard gewesen sein, dass er ihm in der Schlacht zwei Araberpferde schickte, als er sah, dass das Ross des Königs getötet worden war. Den kranken Löwenherz beunruhigten jedoch die Nachrichten aus seiner Heimat. Sein Bruder Johann schien sich Hoffnungen auf den Thron zu machen, während König Philipp von Frankreich englische Lehen in Frankreich angriff. Richard nahm daher Friedensverhandlungen mit Saladin auf. Auf seine Bedingung, das strategisch wichtige Askalon den Christen zu überlassen, ging der muslimische Herrscher zwar nicht ein, doch ließ er Richard zum Zeichen seiner Wertschätzung Früchte und Schnee vom Berg Hermon zur Kühlung von Getränken übersenden. Schließlich willigte Richard in einen Kompromiss ein. Am 2. September 1192 unterzeichnete er einen Friedensvertrag auf fünf Jahre. Richard verzichtete auf Askalon, bekam aber die Städte an der Küste Palästinas von Tyros bis Jaffa zugesprochen. Unbewaffnete Pilger hatten freien Zugang zu den heiligen Stätten, doch blieb Jerusalem in der Hand der Muslime. Mit diesem Vertrag von Ramla endete der Dritte Kreuzzug.





