Die hohe Wertschätzung, die ihm heute seine engere Heimat beschert, erfuhr Egon Schiele zu Lebzeiten nicht. „Die Schiele Stadt“ nennt sich voller Stolz sein Geburtsort Tulln westlich von Wien. Das stilisierte Riesenporträt auf der Frontseite des Museumsgebäudes soll wohl seiner Größe als Jahrhundertkünstler gerecht werden.
Noch bis in die 1980er Jahre galten seine expressionistischen Bilder von seelisch zerrütteten Menschen oder vermeintlich pornographischen Darstellungen junger Mädchen im katholisch-provinziellen Österreich als „krankhaft“ und moralisch verwerflich. Zu Lebzeiten waren ihm Polizei und Justiz des Kaisers wegen „Verletzung der öffentlichen Sittlichkeit“ auf den Fersen.





