Vielstimmigkeit erreicht Wildt unter anderem durch die Verwendung verschiedener Tagebücher. Diese stammen nicht nur von bekannten Personen wie Käthe Kollwitz oder Oskar Maria Graf, sondern etwa auch von der Hamburger Lehrerin Luise Solmitz oder vom Gastwirt und Abgeordneten der Zentrumspartei Matthias Joseph Mehs aus Wittlich. Unter anderem zieht Wildt dessen Notate heran, um zu beschreiben, wie die nationalsozialistische Machteroberung in dem katholisch geprägten Ort gelingen konnte. Mit Wildts „Deutscher Geschichte“ erwartet die Leser eine anregende Lektüre.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Michael Wildt
Zerborstene Zeit
Deutsche Geschichte 1918 bis 1945
Verlag C. H. Beck, München 2022, 640 Seiten, € 32,–





