Die Ereignisse des aktuellen Hefts:
75 Die Ermordung Aldo Moros Er will – auch indem er die Kommunisten einbindet – die politisch-demokratischen Kräfte Italiens einigen, die immer weiter auseinanderdriften. Diese Politik des christdemokratischen Spitzenpolitikers und Regierungschefs (1963 –1968, 1974 –1976) Aldo Moro stößt auf heftige Kritik. Auch deshalb wirft, was am 16. März 1978 in Rom geschieht, bis heute Fragen auf. Auf dem Weg zum Abgeordnetenhaus zerren Terroristen der „Roten Brigaden“ Moro mit Waffengewalt aus seinem Auto und entführen ihn. Mehrere seiner Begleiter sterben. Die linksradikalen Terroristen, auf deren Konto in den 70er Jahren viele Attentate gehen, fordern die Freilassung inhaftierter Gleichgesinnter. Die Regierung unter Giulio Andreotti (ebenfalls Democrazia Cristiana) lehnt ab. In einer der größten Polizeiaktionen Italiens suchen 500 000 Polizisten nach Moro – vergeblich. 55 Tage nach seiner Entführung wird Aldo Moro ermordet im Kofferraum eines Autos gefunden. Sein Mörder wird zu sechsmal lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt. Bis heute ist der Fall nicht völlig geklärt und bietet Raum für Spekulationen.
76 Kampf um die Falklands Seit Großbritannien 1833 die Hoheit über die Falkland-Inseln wiederhergestellt hat, beansprucht auch Argentinien die vor seiner Küste liegende Inselgruppe. 1981 geht das südamerikanische Land in die Offensive, droht auch militärische Schritte an. Als Verhandlungen scheitern, besetzt Argentinien die Inseln am 2. April in einer Blitzaktion mit rund 5 000 Soldaten. Die innenpolitisch motivierte Aktion – die Bevölkerung soll von dem wachsenden Protest gegen die Politik der rechtsgerichteten Militärjunta und ihre Gewalttaten abgelenkt werden – ist zunächst erfolgreich: Verstärkt durch ein durchweg positives Medienecho, kommt es zu patriotischen Manifestationen. Doch die Militärregierung unterschätzt die britische Premierministerin Margaret Thatcher. Großbritannien pocht auf das Selbstbe‧stimmungsrecht der weitgehend britischstämmigen Bevölkerung. Vermittlungsversuche der UNO scheitern. Eine Flotte britischer Schlachtschiffe und ein Flugzeugträger werden zu den Falklands entsandt. Die britische Armee kann die hoffnungslos unterlegenen Argentinier in kürzester Zeit besiegen. Nach 74 Tagen ist der Krieg vorbei, Argentiniens Truppen kapitulieren bedingungslos, das Land versinkt in Depression. Der Krieg kostet 649 Argentinier und 255 Briten das Leben.
77 Zweite Intifada Mit dem Vertrag von Oslo, der den Nahost-Friedensprozess einleiten soll, endet 1993 die erste Intifada („Erhebung“) der Palästinenser gegen Israel. Doch die Friedensgespräche scheitern. Im Juli 2000 endet ein Treffen zwischen Ehud Barak und Jassir Arafat (Camp David II; Gastgeber ist Bill Clinton) ergebnislos. Im September desselben Jahres eskalieren die Spannungen. Auslöser ist ein angekündigter Besuch des israelischen Oppositionspolitikers Ariel Scharon, der von rund 1000 Polizisten begleitet wird, auf dem unter arabischer Verwaltung stehenden Tempelberg in der Altstadt Jerusalems. Am nächsten Tag, dem 29. September, setzen gewaltsame Proteste von Palästinensern ein. In der Folge eines massiven Polizeieinsatzes mit Toten und Verletzten rufen palästinensische Organisationen die zweite Intifada aus. Kontrovers wird diskutiert, ob die palästinensische Politik die heftige israelische Intervention einkalkuliert haben könnte. Im Unterschied zur ersten Intifada geben Untergrundgruppen in der zweiten schnell den Ton an. Die Zahl der Anschläge schnellt in die Höhe. Haben vor 2001 nur die Hamas und der Islamische Dschihad Selbstmordattentate verübt, so geht nun rund ein Drittel auf das Konto von Arafats Al-Aksa-Brigaden. Die israelische Armee antwortet mit harten Aktionen. Erschüttert verfolgt die Welt Grausamkeiten beider Seiten. Für zusätzliches Konfliktpotential sorgt der Bau einer Sperranlage zum Westjordanland. Tausende Israelis und Palästinenser verlieren ihr Leben, bevor sich Ministerpräsi‧dent Ariel Scharon und der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas 2005 auf einen Waffenstillstand einigen.





