Im Basler Kupferstichkabinett wird eine der interessantesten Quellen aufbewahrt, die wir zu Dürers Jugendzeit besitzen: Es ist der hölzerne Druckstock zur Titelseite einer Briefausgabe des heiligen Hieronymus, die 1492 in Basel erschien. Wie später der Kupferstich von 1514 zeigt der Holzschnitt den Kirchenvater in seiner Wohn- und Studierstube. Erst 1892 war einem Kunsthistoriker aufgefallen, dass der Druckstock auf der Rückseite einen Schriftzug trägt: „Albrecht dürer von nörmergk“ ist dort in sorgfältiger Auszeichnungsschrift zu lesen.
Das ist bemerkenswert, denn zum ersten Mal lässt sich damit in dem sonst völlig anonymen Metier der noch jungen Buchillustration der Schöpfer eines Holzschnitts konkret benennen. Aus dieser Inschrift spricht sowohl Urheberstolz als auch die Furcht davor, dass der Wandergeselle aus Nürnberg mit seinem Werk dem Vergessen anheimfallen könnte.





