Harheim, heute ein Stadtteil Frankfurts, findet erstmals im Lorscher Codex von 786. Erwähnung. Im Jahr 2008 entdeckten Archäologen des Denkmalamts der Stadt Frankfurt dort ein großes Gräberfeld aus der frühmittelalterlichen Gründungsphase. Bislang konnten 130 Gräber dokumentiert werden. Die ältesten davon stammen aus dem späten 5. und frühen 6. Jahrhundert. Die Bestattungsanlage ist somit die größte ihrer Art im Frankfurter Raum. In den Gräbern fand sich eine erhebliche Zahl von Bestattungsbeigaben.
Das Spektrum der Grabfunde reicht von Keramik- und Glasgefäßen, über Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Gold, Silber, Bronze und Eisen bis hin zu Waffen und Schilden. Bemerkenswert ist zudem die Entdeckung zweier Pferdegräber. Diese sind einzigartig für die Region. Dass die Tiere vollständig und mit Beigabe von Saum- und Sattelzeug begraben wurden, zeugt von der großen Wertschätzung, die man in der damaligen Gesellschaft nicht nur dem Reiter, sondern auch dem Pferd entgegenbrachte.
Die Menge und Beschaffenheit der Grabbeilagen lassen auf die soziale Stellung der Bestatteten schließen. In einem Frauengrab fand sich etwa ein massiver silberner Kolbenarmreif, ein typisches Accessoire adliger Frauen. Bei Männern deuten dagegen eher die Waffen auf einen höheren gesellschaftlichen Rang. So galt beispielsweise der Ango, ein fränkischer Speer, nicht nur als Spezialwaffe, sondern auch als Symbol der Elite.
Bei Betrachtung der Funde wird offensichtlich, dass die Bewohner Harheims recht wohlhabend waren, vermutlich aufgrund der günstigen Lage des Orts an der Fernhandelsroute zwischen Mainz und Fulda. Von diesem Wohlstand zeugen zum Beispiel Goldmünzen und wertvolle Schmuckstücke. Eine abschließende Auswertung der Funde konnte bisher noch nicht erfolgen. Dies wird erst nach dem Abschluss der Grabungen sowie der anschließenden Restaurierung und weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen der geborgenen Gegenstände möglich sein.





