Irgendwann vor rund 15.000 Jahren gelangten die ersten Menschen aus Asien über die Beringstraße in den Norden Amerikas. Anschließend breiteten sie sich nach und nach bis in den Süden des Doppelkontinentes aus. Der letzte kontinentale Winkel war dabei der Zipfel Südamerikas. Doch wann kamen sie hier an? Bisher galten die Vertreter der Clovis Kultur als die ersten Menschen, die hier lebten. Von ihnen zeugen charakteristische Relikte in Nord- und Südamerika. Es gab allerdings schon Hinweise, dass bereits schon früher Menschen in den äußersten Süden des Kontinents gelangt sein könnten. Dies bestätigen nun die Funde, von denen die Forscher um Gustavo Politis von der Universidad Nacional del Centro de la Provincia de Buenos Aires berichten.
Markante Spuren an Beuteresten
Am Fundort Arroyo Seco 2 in Argentinien entdeckten sie Steinwerkzeuge im Zusammenhang mit einer Ansammlung von Überresten von Tieren. Es handelte sich teilweise um heute ausgestorbene Vertreter der sogenannten Megafauna, wie dem Riesenfaultier und urzeitlichen Pferden. Ihre Überreste zeigen den Untersuchungen der Forscher zufolge charakteristische Spuren von menschlicher Bearbeitung. Die Knochen sind außerdem an einer bestimmten Stelle des Fundortes konzentriert, was nahelegt, dass hier einst Beutetiere zerlegt wurden.
Im Gegensatz zu den Steinwerkzeugen waren bei den tierischen Überresten mit den menschlichen Bearbeitungsspuren Radiokarbondatierungen möglich. Sie ergaben ein Alter von 13.068 bis 14.064 Jahren. Demzufolge vermuten die Forscher, dass in diesem Zeitrahmen bereits Menschen am Fundort Arroyo Seco 2 gelebt haben. Dieses Ergebnis bestätigt damit klar frühere Hinweise, dass schon vor den Vertretern der Clovis-Kultur, Menschen im Süden Südamerikas angekommen waren.





