Für den zurückblickenden Historiker kann kaum ein Zweifel bestehen: Die im März 1848 beginnende Revolution ist, gemessen an den zentralen Zielen, mit denen sie angetreten war, gescheitert. Weder der nationale Verfassungsstaat noch eine freiheitliche Gesellschaft gleichberechtigter Bürger konnten 1848/49 durchgesetzt und verwirklicht werden. Der fundamentale Systemwechsel blieb aus.
Worin besteht nun das Scheitern der Revolution? Zunächst einmal in der Niederlage der revolutionären Erhebung selbst. Sie ist am unmittelbarsten in der blutigen Niederschlagung der Reichsverfassungskampagne zu greifen. Denn neben den Bemühungen der Frankfurter Nationalversammlung sowie vieler Landtage und Stadtverordnetenversammlungen, die Monarchen mit politischem Druck zur Annahme der Reichsverfassung zu zwingen, kam es seit Anfang Mai 1849 vor allem im Königreich Sachsen, in der linksrheinischen, zu Bayern gehörenden Pfalz und im Großherzogtum Baden zu gewaltsamen Volkserhebungen.





