Wassermelone führt zum Krieg - wissenschaft.de | DAMALS
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie
Wassermelone führt zum Krieg
Panama-Stadt war bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts Dreh- und Angelpunkt für den Transit zwischen Atlantik und Pazifik. Dies weckte das Begehren, die strategisch wichtige Landenge zu kontrollieren. Auch die aufstrebende Macht USA interessierte sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts brennend für diese Region.
Sie haben noch 2 von 3 kostenlosen Artikeln übrig1/3
Eine stickige, ungesunde Schwüle machte den Menschen zu schaffen. Es schien, als ob die letzten Tage der Trockenzeit nochmals alles an fiebrigen Krankheiten und fliegenden Plagegeistern entfesselten, bis die ersten erlösenden Tage der Regenzeit begannen. Als der Morgen des 15. April 1856 anbrach, war es noch recht ruhig in Panama-Stadt. Wie immer erwartete man auf der Pazifikseite des kleinen Landes die Eisenbahn aus dem heutigen Colón. Fünf Stunden dauerte die Fahrt von der Karibikküste an den Pazifik.
Ein eigentlich harmloser Zwischenfall am Verkaufsstand bringt das Fass zum Überlaufen
Das Dampfschiff „Illinois“ hatte am frühen Morgen rund 1000 Reisende vor allem aus den USA nach Colón gebracht. Unter ihnen befand sich ein Mann namens Jack Oliver. Die Gruppe wartete nun in der Hafenstadt auf die Abfahrt der Eisenbahn. Die Zeit bis dahin konnten sie recht sinnfrei in der „Bottle Avenue“ verbringen. Der Name war Programm, denn unzählige Bars und Kneipen luden hier zum hemmungslosen Betrinken ein, wovon die Fahrgäste an besagtem Morgen ausgiebig Gebrauch machten. Als das Signal zur Abfahrt ertönte, wankten nicht wenige Passagiere zu ihren Waggons. Außerdem hatten sie sich mit weiterem flüssigem Proviant eingedeckt, sodass viele in Panama-Stadt sturzbetrunken ankamen. Hier galt es, abermals auf die Weiterfahrt zu warten.
Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte Panama-Stadt noch nicht über eine entsprechende Hafenanlage, um ein Schiff von der Größe der „John L. Stephens“ andocken zu lassen. Dieses sollte an jenem Tag die rund 1200 Passagiere zur nordamerikanischen Westküste bringen und legte dafür an der kleinen Insel Taboga 20 Kilometer vor der Küste an. Mit einer Fähre mussten die Passagiere zum Schiff gebracht werden. Jedoch konnte dies nur bei Flut geschehen. Als die Fahrgäste im Hafen ankamen, war Ebbe. Dies bedeutete abermals stundenlange Wartezeit. Immerhin wussten einige Männer der Gruppe, wie man sich diese vertreiben konnte. Sie setzten einfach ihre Zechtour in den nahen Kneipen fort. Jack Oliver wollte sich jedoch zunächst anderweitig erfrischen und nahm sich von einem Verkaufsstand eine Scheibe Wassermelone. Es kam zum Streit ums Geld, und die Situation eskalierte. Dies sollte für den Frieden im Land und die gesamte Region Folgen bis heute haben.
Eine Wassermelone hätte an jenem heißen 29. September 1513 wohl auch Vasco Núñez de Balboa (1475–1519) gerne gehabt. Er war der erste Europäer, der den Pazifik erblickte. Jedoch war es nicht der Anblick des schier grenzenlosen Pazifischen Ozeans, der ihn in den Bann zog, sondern die Perlen und das Gold, das er an der Küste fand. Die Einheimischen berichteten ihm von einem Land im Süden, das noch mehr Schätze bereithielt. Vollbepackt machte sich de Balboa mit seinen Leuten auf zur wahrscheinlich ersten festen Stadt der Spanier auf dem Kontinent im heutigen nördlichen Kolumbien: Santa María la Antigua del Darién. Hier zeigte er nicht nur seine Kostbarkeiten, sondern erzählte auch, dass es weitaus mehr gebe.
Mehr aus Geschichte & Archäologie
Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.
Ungleiche Besteuerung förderte den Ausbruch der französischen Revolution
14. Juli 2026
Am 14. Juli erinnert der französische Nationalfeiertag an den Beginn der französischen Revolution. Einer ihrer Auslöser waren Ungleichheiten in der Steuerlast.
Geschichte & Archäologie
Warum eine irische Adelige auf Mussolini schoss
9. Juli 2026
Am 7. April 1926 versuchte die irische Adelige Violet Gibson, den italienischen Faschistenführer Benito Mussolini zu erschießen. Doch was waren ihre…
Es locken lukrative Geschäfte mit Gold, Gewürzen und dem Sklavenhandel aus Afrika
Bald folgte auf seinen Spuren der Entdecker und Konquistador Francisco Pizzaro (um 1476–1541), der im Süden das reiche Land suchte. Er fand es im Inka-Reich an der Westküste Südamerikas, das er eroberte. Über die Landenge zwischen dem heutigen Panama-Stadt und Portobelo wurde die Beute transportiert. Von hier aus verschiffte man sie nach Spanien. Jener Handelsweg, der nicht mehr als ein schmaler Trampelpfad durch den Dschungel war, wurde Camino Real genannt, der „Königsweg“. Denn insbesondere der spanische König freute sich über das, was über diese Route transportiert wurde. So tauchte im fernen Madrid bald der Gedanke auf, einen schiffbaren Kanal zu bauen. König Philipp II. (1527–1598) gab diese Pläne jedoch bald wieder auf.
Bereits 1519 wurde am westlichen Ende des Camino Real die Stadt Nuestra Señora de la Asunción de Panamá gegründet und entwickelte sich dank des Inka-Goldes schnell zu einem wichtigen Handelszentrum. Dies blieb die Stadt auch, als das Gold vollständig geraubt worden war und man nunmehr Silber, Zucker, Vanille oder Chinarinde nach Europa schickte. Wassermelonen waren nicht darunter, diese wurden erst später von spanischen Siedlern aus Afrika nach Amerika gebracht. Dieses Kürbisgewächs war noch eines der wenigen positiven Dinge, die importiert wurden. Denn während immer mehr spanische Händler, Arbeiter und Abenteurer in und um Panama eintrafen, sank die Zahl der indigenen Bevölkerung stetig. Krankheiten, unwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen oder die tödliche Brutalität der Spanier dezimierten die Einheimischen.
Bald schon mussten die neuen Landesherren Sklaven aus Afrika herbeischaffen. Diese gelangten zumeist in Panama an, von wo aus sie weitertransportiert wurden. Nicht wenigen gelang dabei die Flucht, und sie versteckten sich im Dschungel. Sie wurden von den Spaniern Cimarrones genannt und gefürchtet, denn sie überfielen regelmäßig die Transporte auf dem Camino Real. Andere ließen sich in Panama-Stadt nieder, wo sie zu Beginn des 17. Jahrhunderts sogar die größte Bevölkerungsgruppe stellten. Das Geschäft mit den Sklaven war auch der einzige Handel, der direkt von Panama ablaufen durfte. Ansonsten unterlag der Handel der Oberaufsicht Spaniens.
Die Kolonie verliert für Spaniens Krone an Bedeutung
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann bereits der Niedergang Panamas. England und die Niederlande griffen immer wieder die spanischen Kolonien in der Karibik an. Unter anderem bedienten sie sich dabei Piraten, die wiederum auf Cimarrones zurückgriffen. Der legendäre englische Freibeuter Henry Morgan (1635–1688) zerstörte die Stadt Panama sogar einmal vollständig. Erst nach zwei Jahren baute man sie wieder auf.
Jedoch hatte nun der Schmuggel den offiziellen Handel der Spanier abgelöst, worunter die Region litt. Als schließlich mit Portobelo im Jahr 1739 die Hafenstadt am karibischen Ende des Camino Real zerstört wurde, verlor Panama endgültig seine Bedeutung für Spanien. Um Autonomiebestrebungen im Keim zu ersticken, wurde Panama in das Vizekönigreich Neugranada eingegliedert. Hier dümpelte die einst wirtschaftlich starke Kolonie bis ins 19. Jahrhundert dahin.
Mit Simón Bolívar (1783–1830) erschien in Südamerika die personifizierte Hoffnung auf Befreiung von der spanischen Herrschaft. Er eroberte 1819 das Vizekönigreich Neugranada, woraufhin der spanische Vizekönig Juan de la Cruz Mourgeón (1766–
1822) nach Panama floh, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1822 regierte. Dann zogen die letzten spanischen Truppen ab. Panama gehörte nun zur Republik Großkolumbien und genoss Presse- und Handelsfreiheit. Bolívar versuchte in Panama auf einem Kongress, eine Art Staatenbündnis der mittel- und südamerikanischen Staaten zu schaffen. Hierzu lud er auch Vertreter der USA ein.
Diese jedoch zeigten bereits mit ihrer Verspätung, dass sie nicht gewillt waren, die anwesenden lateinamerikanischen Delegierten als gleichrangig anzusehen. Enttäuscht musste Bolívar kurz vor seinem Tod feststellen: „Die USA scheinen von der Vorsehung dazu bestimmt zu sein, im Namen der Freiheit Elend über Amerika zu bringen.“ Mit seinem Tod zerfiel auch die Republik Großkolumbien, und Panama war kurzzeitig unabhängig. Bereits 1831 wurde es Teil der Republik Neugranada.
USA sichern sich die Baurechte der Bahn
Mitte des 19. Jahrhunderts geriet der ehemalige Camino Real wieder in den Fokus und näherte sich seiner ursprünglichen Bedeutung an. Im Jahr 1836 hatte der damalige US-Präsident Andrew Jackson (1767–1845) eine Studie über die Möglichkeit des Baus einer Eisenbahnverbindung in Panama in Auftrag gegeben. Die Expansion der Vereinigten Staaten in den Westen des nordamerikanischen Kontinents ließ einen schnellen transozeanischen Transit notwendig werden. Zunächst musste aufgrund einer wirtschaftlichen Krise Jacksons Planung aufgegeben werden. Erst durch die Aufnahme Kaliforniens und Oregons in die Vereinigten Staaten wurde wieder intensiver über einen schnelleren Weg von der Ost- zur Westküste nachgedacht.
1846 unterzeichneten die USA mit der Republik Neugranada einen Vertrag, der einerseits die Oberhoheit Neugranadas über Panama zusicherte, jedoch die USA ermächtigte, eine Transitstrecke zu bauen. Doch der „Mallarino-Bidlack-Vertrag“ hatte nicht nur Baurechte zum Gegenstand, sondern besaß auch eine besondere Klausel. Diese besagte, dass die USA militärisch eingreifen könnten, wenn sie die Neutralität der Landenge in Gefahr sahen.
Mit dem New Yorker Geschäftsmann William Henry Aspinwall (1807–1875) fand sich der geeignetste Unternehmer für dieses Bauvorhaben, der dank des kalifornischen Goldrausches offene Türen einrannte. Im April 1849 wurde er zum Leiter der neugegründeten „Panama Railroad-Gesellschaft“ gewählt. Die Stadt Aspinwall – benannt nach William Henry Aspinwall, heute Colón – entstand ab Mai 1850 als Gegenstück zu Panama-Stadt. Von beiden Seiten aus begannen die Bauarbeiten der Eisenbahnstrecke, die unzählige Schwierigkeiten mit sich brachten.
Permanente Überschwemmungen, stickige Hitze, unzählige Stechmücken, Alligatoren, undurchdringliches Dickicht, Versorgungsmangel und schließlich Cholera, Malaria und Gelbfieber – all dies waren die Zutaten für eine im wahrsten Sinne mörderische Arbeit. Diese wurde von Arbeitern aus der gesamten Welt geleistet, von denen dabei zwischen 5000 und 10 000 starben. Den wenigen Einwohnern Panamas traute man diese Arbeit nicht zu, oder sie weigerten sich schlichtweg. Schwierigster und längster Abschnitt war derjenige von Colón in Richtung Panama-Stadt. Hier wurden 60 Kilometer Gleise verlegt, während von Panama-Stadt aus nur 16 verlegt werden mussten. Damit wurde die Strecke 76 Kilometer lang.
Am 27. Januar 1855 um Mitternacht trafen sich auf dem Kamm der Kontinentalscheide bei Culebra die beiden Strecken. Am nächsten Tag fuhr die erste Bahn von Meer zu Meer, und es zeigte sich schnell, dass der Transport ein lukratives Geschäft war. Bereits vor dem Bau der Bahn sicherten sich vor allem US-Amerikaner die wichtigsten Einrichtungen zur Versorgung der Reisenden an der und um die Bahn.
Die Einwohner Panamas hatten nichts davon. Stattdessen wurden sie vielerorts ihrer Existenzgrundlage durch die Transitstrecke beraubt. Deshalb mussten sie sich durch das Anbieten von Erfrischungen an den Stationen über Wasser halten. Insbesondere im Stadtviertel La Ciénega („Der Sumpf“) am Pazifik versuchten vor allem die Nachfahren der Cimarrones, mit kleinen Obstständen ihre kümmerlichen Einkünfte aufzubessern. Von einem solchen nahm sich nun ein US-Amerikaner namens Jack Oliver eine Scheibe Wassermelone.
Not und Sorge waren seit Jahren allgegenwärtig in Panama-Stadt. Die Einheimischen sorgten sich davor, ihren Lebensunterhalt samt Haus zu verlieren; sie fürchteten sich vor einer Invasion von Söldnern, bezahlt von den USA, und vor epidemischen Krankheiten, die die Fremden einschleppen könnten. All das war durchaus begründet und entlud sich an jenem Abend des 15. April 1856.
Jack Oliver biss in die Wassermelone und warf sie anschließend auf den Boden. Als der Verkäufer José Manuel Luna auf der Bezahlung der Ware bestand, verweigerte dies der US-Amerikaner. Dann sagte er ihm, was er ihn alles könne, und wollte weitergehen. Doch Luna bestand auf Bezahlung und teilte Oliver mit, dass dieser hier nicht in den USA sei. Hier habe er nichts zu bestimmen. Oliver zog daraufhin seine Pistole und sagte, dies sei Bezahlung genug. Luna zeigte ihm daraufhin sein Messer.
Endlich trat ein weiterer Passagier dazwischen und bezahlte Luna. Damit schien der Streit beigelegt. Luna ging zu seinem Stand zurück, als er plötzlich einen Schuss hörte. Er drehte sich erschrocken um und sah einen Panamaer namens Miguel Habrahan im Handgemenge mit Jack Oliver. Jenem gelang es, dem US-Amerikaner die Waffe zu entreißen und in das Zentrum von La Ciénega zu fliehen. Hier brach nun die Hölle los.
Aus allen Ecken der Stadt schwärmten mit Macheten und Steinen bewaffnete Einheimische herbei, um Habrahan beizustehen. Unter dem Ruf „Carajo Americano“ stürmten sie zum Pacific Hotel und zum Bahnhofsgebäude der Panama Railway. Hier hatten sich die meisten Reisenden versammelt und verschanzten sich nun. Auf dem Weg dahin verprügelte der Mob jeden US-Amerikaner und plünderte Hotels und Läden, die von diesen betrieben wurden.
Blutvergießen und Tote in den Straßen von Panama-Stadt
Kurz darauf begannen die Glocken der Kirchen zu läuten und kündeten den Bewohnern vom Aufruhr. Der eilig herbeigerufene Polizeichef der Stadt versuchte zusammen mit dem Gouverneur und dem US-Konsul, die Wogen zu glätten. Sie wurden jedoch mit Steinen beworfen und dem Gouverneur gar der Hut vom Kopf geschossen. Da man annahm, dass die Schüsse von den US-Amerikanern im Gebäude kamen, wurde dem Polizeichef der Befehl gegeben, dieses zu stürmen.
Gleichzeitig gelang es den Belagerten, mit dem Telegraphen des Bahnhofs einen Hilferuf abzusetzen. Kurz darauf traf ein Zug ein, in dem sich bewaffnete Bahnarbeiter befanden. Anführer dieser Truppe war der bei den Einheimischen gefürchtete Randolph Runnels (1827–1882). Dieser hatte einige Jahre zuvor „The Isthmian Guard“ gegründet, eine paramilitärische Truppe, die sich für die Belange der Eisenbahngesellschaft einsetzte. Hauptsächlich war er für den Schutz der Bahnarbeiten verantwortlich gewesen. Hierbei war „The Isthmian Guard“ nicht zimperlich, was ihrem Anführer den Namen El Verdugo – „der Scharfrichter“ – einbrachte. Auch nach der offiziellen Auflösung im Januar 1855 waren Runnels und seine Truppe in Panama präsent.
Mit ihrer geballten Feuerstärke gelang es den US-Amerikanern nun, die Belagerer zu vertreiben. Aus Furcht vor El Verdugo und weil das Gerücht umging, die USA schickten weitere Söldnertruppen, beruhigte sich die Lage. Als der Morgen graute, war die „Schlacht“ geschlagen. Am Ende waren 15 Amerikaner und zwei Panamaer tot und viele weitere verletzt. Nun wurde die Schuldfrage gestellt.
Der mit der Untersuchung beauftragte Amos B. Corwine (1815–1880), ein Journalist und Diplomat, kam zu der Erkenntnis, dass die Eskalation alleinige Schuld der Panamaer gewesen sei. Ferner folgerte er, dass „die sofortige Besetzung des Isthmus, von Ozean zu Ozean, durch die USA“ zu empfehlen sei. Corwines Untersuchungsergebnisse waren die Grundlage für die anschließenden Verhandlungen zwischen den USA und Neugranada.
Die USA stellten die Forderung, dass Panama-Stadt und Colón freie Städte sein sollten. Panama solle die Aufsicht übertragen werden, womit Kolumbien verdrängt wurde. Tatsächlich stieg aber der Einfluss der USA. Ihnen wurde gestattet, für die nächsten 150 Jahre Militärbasen zu betreiben. Dazu durften die USA verschiedene Inseln nutzen. Auch die kompletten Rechte der „Panama Railroad“ wurden an die USA übertragen. Corwine empfahl in seinem Bericht auch „die unmittelbare Besetzung der Landenge“.
Die USA schicken Militär und beanspruchen die Kontrolle
Im September 1856 legten zwei Kriegsschiffe in der Bucht von Panama an, die „USS St. Mary’s“ und die „USS Independence“. Am 19. September nahm eine Abteilung von 160 US-Soldaten den Bahnhof in Besitz. Die Stadt blieb ruhig, und drei Tage später zogen sich die Truppen zurück, ohne einen einzigen Schuss abgegeben zu haben. Nach Angaben der USA war diese kurze Besetzung gemäß Artikel 35 des „Mallarino-Bidlack-Abkommens“ gerechtfertigt, um die Neutralität und den freien Transit Panamas zu gewährleisten.
Letztlich war dies nur die erste von mehreren US-Interventionen in Panama. Den Wassermelonenkrieg von 1856 kann man durchaus als den Beginn einer aggressiven Einmischungspolitik der USA in Zentral- und Lateinamerika deuten. Dazu gehörten Menschenrechtsverletzungen und Geheimdienstoperationen. All dies kostete bis heute viele Menschenleben. Wegen einer Wassermelone jedoch hat es bis dato keinen Krieg und keine Opfer mehr gegeben.
Geschichte & Archäologie
Elefanten verraten wahrscheinliche Route Hannibals über die Alpen
7. Juli 2026
Welche Route nahm Hannibal, als er 218 vor Christus mit seinen Kriegselefanten die Alpen überquerte? Eine Studie hat den energetisch günstigsten Weg berechnet.
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie
Verhängnis auf Hawaii
6. Juli 2026
Auf seiner dritten Reise in den Pazifik verließ James Cook das Glück: Im Zuge einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit Indigenen auf Hawaii wurde er getötet.