Als im Jahr 1660 nach der Beseitigung der Herrschaft Richard Cromwell´s König Charles II. den englischen Thron bestieg, kannte die Euphorie über die Wiederherstellung der Monarchie keine Grenzen. Doch nach dem Jubel folgte die Ernüchterung, denn Charles trat ein schweres Erbe an: Bürgerkrieg und die Jahre von Republik und Diktatur hatten nicht nur England finanziell ruiniert, sondern auch zu einem tief verwurzelten Mißtrauen gegen alle Katholiken und Nicht-Angehörige der anglikanischen Kirche (Dissenters) geführt. So sehr sich der König auch für religiöse Toleranz zwischen den Konfessionen einsetzte, er erntete nur den Argwohn des Parlaments, der durch Charles´ Bemühungen um ein Bündnis mit Ludwig XIV. von Frankreich gegen die Niederlande nur noch verstärkt wurde. Bedeutete des Königs Annäherung an die katholischen Franzosen eine Hinwendung zum Katholizismus und, noch schlimmer gar, zum Absolutismus? Im März 1673 legte das Parlament daher die sogenannte Testakte vor, ein Gesetz, nach dem öffentliche Ämter nurmehr mit Angehörigen der anglikanischen Kirche besetzt werden durften. In einer feierlichen Erklärung sollten sie zusätzlich der Lehre der Transsubstantiation, einem Kerninhalt der katholischen Lehre, abschwören. Charles II. indes rüstete zum Krieg gegen die Niederlande, den zu bezahlen er kaum in der Lage war. Das Parlament stellte ihm hohe Summen in Aussicht. Bedingung: Die Anerkennung der Testakte. Das verheißene Geld und den Sieg über die Niederländer vor Augen, verabschiedete Charles II. die Testakte am 29. März 1673.





