Alle Wege führen nach Rom – aber wie waren sie beschaffen und wie reiste man ? Und was hatten die Rombesucher zu unterschiedlichen Zeiten in der “ewigen Stadt” zu gewärtigen? Arnold Esch, langjähriger Leiter des deutschen Historischen Instituts in Rom, weiß in seinem Buch “Wege nach Rom” auf diese und noch viele andere Fragen eine Antwort. Ihm ist ein Text von außergewöhnlicher Plastizität und Anschaulichkeit gelungen. Er schildert etwa die Rom-Reisen deutscher Pilger im Mittelalter, informiert über die römischen Hotels dieser Zeit, stellt die Bevölkerungsstruktur einiger Stadtviertel in der Hochrenaissance vor, charakterisiert das Rom-Erlebnis von Goethe oder Winckelmann oder skizziert die schwierige Lebenssituation wandernder Handwerker des 19. Jahrhunderts in der Stadt am Tiber. Mag auch der Zusammenhang der Kapitel nur lose sein – der Autor hat frühere Vorträge und Aufsätze zusammengestellt – und sich manche Redundanz eingeschlichen haben; dies wird wettgemacht durch Eschs profunden Kenntnisse. Wirklich störend ist dagegen die willkürliche Plazierung der Bilder, die meist völlig ohne Textbezug bleiben.
Rezension: Talkenberger, Heike





