Das Themenspektrum reicht von der Geschichte der Reberziehung über die Kontinuität von Kelter- und Mühltechnik in Antike und Mittelalter bis hin zur Rentabilität des Rebbaus am Beispiel elsässischer Klöster. Die sehr speziellen Themen erfordern vertiefte Kenntnisse über die Geschichte des Weinbaus und eignen sich für die Beantwortung von Detailfragen, weniger als anregende Abendlektüre. Gerhard Fouquets Beitrag über den Weinkonsum in gehobenen städtischen Privathaushalten und Raymond van Uytvens Aufsatz über die Erwartungen der mittelalterlichen Weinkonsumenten an den Geschmack des Rebensaftes sprechen durch ihr durchaus amüsantes Sujet auch eine breitere Leserschaft an. Hier gefallen vor allem die zitierten zeitgenössischen Weingedichte und der kritische Umgang mit althergebrachten Vorstellungen von einem trinkfreudigen Spätmittelalter.
Der Band richtet sich vorrangig an ein Fachpublikum und zeichnet sich durch einen gut lesbaren, wissenschaftlichen Stil aus. Umfangreiche Fußnoten bieten Gelegenheit zur weiteren Beschäftigung mit einzelnen Aspekten. Bilder und Tabellen erleichtern das Verständnis komplizierter Sachverhalte. Ein ausführliches Register ermöglicht eine praktikable Nutzung des Bandes für Recherchezwecke.
Rezension: Sommer, Christopher





