Adelbert von Chamisso wird heute vor allem mit seinem 1813 entstandenen Kunstmärchen „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ verbunden, der Erzählung von dem Mann, der dem Teufel seinen Schatten gegen einen sich nie leerenden Beutel voller Gold verkauft. Doch Chamisso war nicht nur Dichter, er war Weltreisender, Botaniker, Ethnologe und Sprachwissenschaftler, ein wichtiger Mittler zwischen den Kulturen. In seiner Person vereinen sich Gegensätze: In einem Brief an die französische Schriftstellerin Germaine de Staël schrieb er: „Ich bin Franzose in Deutschland und Deutscher in Frankreich, Katholik bei den Protestanten, Protestant bei den Katholiken … Ich habe nichts, wohin ich gehöre, ich bin überall fremd.“