Eine Flotte aus 28 spanischen Galeonen machte sich Anfang September 1622 auf den Weg von Havanna nach Spanien. Die Schiffe waren reich beladen mit Schätzen aus Südamerika – Silber, Gold und Edelsteinen, Tabak und Indigo. Am 6. September jedoch geriet die Flotte vor Florida in einen Hurrikan: Die Galeone „Nuestra Señora de Atocha“ lief auf ein Korallenriff westlich der Florida Keys und versank. Über Jahrzehnte versuchte Spanien, den kostbaren Schatz zu bergen, doch fand man nur das Wrack der gleichfalls versunkenen „Margarita“, deren Fracht zur Hälfte gerettet werden konnte: nicht aber die „Nuestra Señora“. Das Schicksal der kostbaren Fracht faszinierte knapp 350 Jahre später den amerikanischen Schatzsucher Mel Fi-sher. 1969 begannen er und sein Team mit der systematischen Suche nach dem Wrack. Im Juli 1985, nach fast 17 Jahren, hatte der Unermüdliche endlich Erfolg. Ein Team von Archäologen bemühte sich um die sachgerechte Bergung und Konservierung der kostbaren Schätze und Kunstwerke, mit denen Spanien einst seine leeren Truhen auffüllen wollte. Laut Experten wird das Heckkastell der „Nuestra Señora de Atocha“, in dem wohl die Hauptmenge an Gold, Silber und besonders seltenen Edelsteinen verwahrt wurde, noch vermisst. Doch wird der Wert des bislang geborgenen Schatzes auf rund 400 Millionen Dollar beziffert. Kein Wunder, dass der Staat Florida ein Viertel des Gesamtwertes von Mel Fisher einklagen wollte, doch dieser konnte sich in letzter Instanz durchsetzen.





