Der Text ist keine klassische Autobiographie, vielmehr verweist sein Untertitel „Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit“ auf die Auffassung des Autors, dass das Ziel des Lebens die Suche nach Gottes- und Selbsterkenntnis sein muss. Dementsprechend ist genauso viel von äußeren Umständen oder politischen Weichenstellungen wie von der geistigen Entwicklung Gandhis die Rede. Es ist nicht nur informativ und lehrreich, dieses Buch zu lesen, sondern es macht auch Spaß, denn Gandhis Sprache wirkt in der Übersetzung des Schriftstellers Ilija Trojanow lebendig und unmittelbar. Ob Gandhi von seiner Verheiratung mit 13 Jahren erzählt, von seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt, von ersten Diskriminierungserfahrungen in Südafrika oder von seiner Hinwendung zu Askese und Selbstdisziplin – sein Scharfsinn, seine Bescheidenheit und sein Humor sprechen aus jedem Satz.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Mohandas K. Gandhi
Mein Leben
Hrsg. von Ilija Trojanow
Verlag C. H. Beck, München 2019, 511 Seiten, € 26,–





