Wechselndes Kriegsgeschehen bestimmte die Außenbeziehungen des Römischen Reichs. Vologeses III. hatte dem Römischen Reich im Osten eine schwere militärische Niederlage beigebracht, und erst allmählich gewannen die Römer die Oberhand gegen die Parther. Eine Vielzahl von Historikern habe das Kriegsvolk mit einem publizistischen Trommelfeuer begleitet und wolle, ganz nach der Mode der Zeit, einen neuen Herodot, Thukydides oder Xenophon geben. So jedenfalls stellt der aus Samosata am Euphrat stammende Schriftsteller Lukian die Sachlage dar und macht sich zugleich über die neue Flut von Historikern lustig.”Wie es scheint,” so fährt er fort, “bewahrheitet sich hier der alte Satz [des Empedokles]: der Krieg ist der Vater aller Dinge. Denn diese ganze Schar von Geschichtsschreibern kam gleich mit dem ersten Waffenstreich zur Welt.” Damals blühte eine Art griechischer Renaissance, man baute Theater, feierte Götterfeste und las bevorzugt die griechischen Klassiker. Eine “Zweite Sophistik” war im Schwange, zu deren Hauptvertretern auch Lukian zu zählen ist. “Um nicht allein den Stummen zu spielen in diesen unsren redseligen Tagen”, reagierte der wegen seiner sarkastischen Reden in feinstem Griechisch beliebte Lyder auf die neue Plage der Möchtegern-Gelehrten um 164 n. Chr. mit einem Traktat unter dem Titel “Wie man Geschichte schreiben soll”. Dabei hielt er sich lieber fern “von den mannigfachen Sorgen, die mit der Geschichtsschreibung verbunden sind, und mit welchen ich wohlweislich nichts zu schaffen haben will” und verfaßte eine beißend ironische Methodenlehre. Ob es tatsächlich so viele Historiker gab, ist zumindest fraglich. Außer Lukians Beispielen haben wir keine weiteren Quellen. Doch möglicherweise hat er sie mit seinem Spott tatsächlich in die Vergessenheit geschrieben. Sein Büchlein wenigstens wurde zu einer unterhaltsamen Richtlinie für alle späteren Geschichtsschreiber.





