Unser wissenschaftlicher Reiseleiter ist Dr. Andreas Fülberth von der Universität Kiel, der sich nicht nur wissenschaftlich mit den drei Staaten auseinandergesetzt, sondern auch mehrere Reisehandbücher zu dieser Region veröffentlicht hat. Von der DAMALS-Redaktion wird der stellvertretende Chefredakteur Uwe Oster die Reise begleiten.
Wir fliegen am 1. Mai von Frankfurt am Main zunächst nach Tallinn, der Hauptstadt Estlands, die wir tags darauf besichtigen wollen. Unser Hauptaugenmerk wird dort auf der Altstadt (UNESCO-Kulturdenkmal) und deren kunstvoll restaurierten Bürgerhäusern, dem Rathaus, dem Domberg und der Alexander-Newski-Kathedrale liegen.
Der dritte Tag führt uns zur Insel Saaremaa. In Kuressaare interessiert uns vor allem die 700 Jahre alte Bischofsburg. Auf dem Rückweg besuchen wir den Kratersee in Kaali und die malerische Steilküste.
Am vierten Tag der Reise ist unser Ziel der Nationalpark Lahemaa an der Ostsee. Neben der Natur und den seltenen Tierarten zählen vor allem die Gutshäuser, wie der Herrensitz Palmse, und die Parks der Gutshöfe zu den Sehenswürdigkeiten. Danach machen wir einen Abstecher zu den Fischerdörfern Altja und Käsmu.
Der fünfte Tag führt uns in das Grenzgebiet zu Russland, nach Narva. Während einer Stadtrundfahrt besichtigen wir die Hermannsfeste. Im Anschluss geht es nach Pühtitsa, zum einzigen noch aktiven russisch-orthodoxen Kloster Estlands. Die Weiterfahrt führt uns am Peipus-See entlang und durch die Dörfer der russischen Altgläubigen.
Tartu, das wir am sechsten Tag besuchen, gilt als Perle des Klassizismus. Nach einem Stadtrundgang durch das historische Zentrum der Universitätsstadt mit Domberg und Johanneskirche fahren wir in den Gauja-Nationalpark. In Cesis besichtigen wir die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg des Schwert-ritterordens. In deren Nähe befindet sich das Pfahldorf Araisi. Archäologische Ausgrabungen haben dort ein inzwischen rekonstruiertes Inseldorf mit Holzbauten der einheimischen Lettgaller aus dem 9. bis 12. Jahrhundert zum Vorschein gebracht.
In Sigulda besichtigen wir am Tag darauf zunächst die Ruinen der vom Rigaer Bischof errichteten Burg Turaida. Es folgt die Weiterfahrt nach Riga, der im Zentrum seit dem 15. Jahrhundert nahezu unveränderten Metropole des Baltikums. Am achten Tag der Reise fahren wir durch die lettische Kornkammer nach Bauska. Hier wurde zwischen 1443 und 1456 auf einem Dolomitfelsen eine Burg des Deutschen Ordens errichtet. Am Ende des 16. Jahrhunderts, nach dem Zusammenbruch des Deutschordensstaats, wurde auf dem Gelände der Vorburg eine Residenz des kurländischen Herzogs errichtet. Das Renaissanceschloss stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Von dem Ordenssitz ist die Ruine erhalten. Anschließend fahren wir weiter zum Barockschloss Rundale.





