Denkt man an Wien, so tritt eine bunte Bilderfolge vor Augen: Die Donau, der Stephansdom, die Maroni-Verkäufer oder die Ringstraße ziehen vorbei. Wer jedoch ein umfassendes Bild von Wien jenseits von Walzer- und Fiakerromantik sucht, der kann jetzt zu dem umfangreichen dreibändigen Werk „Wien. Geschichte einer Stadt“ greifen, das die beiden Archivare Peter Csendes und Ferdinand Opll, unterstützt durch ein großes Team von Fachwissenschaftlern, her-ausgegeben haben. Von der Römerzeit, in der im Wiener Raum der Keltenstamm der Boier lebte, über das Mittelalter mit einer wachsenden Stadt voller Kirchen, Konvente und dem Hof der Babenberger-Herzöge, die Türkenbelagerung 1683 und den Ausbau der Residenzstadt unter den Habsburgern bis hin zum „Roten Wien“ und dem Aufstieg der Donaumetropole zur modernen Großstadt findet der Leser ein schier unerschöpfliches Reservoir an Fakten und Deutungen. Stets werden neben der politischen Geschichte Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Bildung berücksichtigt. So finden sich ebenso ausführliche Kapitel über die Entwicklung von Universität und Schulen wie über das religiöse Leben, die Armutsbekämpfung, den Städtebau oder die Lebensmittelversorgung. Zahlreiche Abbildungen ergänzen den durchweg gut lesbar und anschaulich geschriebenen Text.
Rezension: Talkenberger, Heike





