Als sich Gustav Klimt dem 50. Geburtstag näherte, hatte er allmählich genug von der feinen, skandallüsternen Wiener Gesellschaft. Er zog sich in den damals noch ländlich-idyllischen Außenbezirk Hietzing im Südwesten Wiens zurück. Hier, in einem schlichten, ebenerdigen Landhäuschen mit Blumengarten und Obstbäumen, richtete Klimt sein letztes Atelier ein, hier arbeitete er von 1911 bis zu seinem Tod Anfang Februar 1918. Die neuen Besitzer bauten das Haus in eine noble Vorortvilla um. Anfang der 1920er Jahre kaufte die jüdische Familie Klein das inzwischen aufgestockte Haus mit Freitreppe. Später von den Nazis vertrieben, erhielten die Besitzer die Villa nach 1945 zurück und verkauften diese wiederum an die Republik Österreich.
Die Gedenkstätte in der Hietzinger Feldmühlgasse 11 gibt es erst seit zehn Jahren, eröffnet 2012 zum 150. Geburtstag des wohl legendärsten Malers der Wiener Moderne. „Ich glaube nicht, dass ihm der Umbau gefallen hätte, er hat das einfache Landhaus mit dem Garten geliebt“, meint Geschäftsführer Baris Alakus. Originalwerke Klimts können nicht gezeigt werden, diese sind weltweit in Museen verstreut, befinden sich im Privatbesitz oder sind verschollen. Das Wiener Belvedere verfügt über die größte Sammlung an Ölgemälden, darunter die beiden Meisterwerke der „Goldenen Periode“ – „Kuss“ und „Judith“.





