Nach einem Überblick über die Grundzüge der mittelalterlichen Wirtschaft behandelt der Autor die Strukturen und Institutionen, den mittelalterlichen Lebensstandard sowie die Welt des Konsums. Dabei bleibt kaum ein Thema unberührt: Ertl widmet sich sowohl dem lokalen Handel als auch den Netzwerken der Fernhändler. Er weist auf die Unterschiede zwischen familiären Kleinbetrieben und großen Handelshäusern hin und beschreibt das aufkommende Banken- und Messewesen. Darüber hinaus werden Fragen nach sozialer Ungleichheit, Arbeitszeiten und „Jobzufriedenheit“ thematisiert.
Auch wenn die Eigenheit, moderne Begriffe auf mittelalterliche Verhältnisse zu übertragen, zunächst irritiert – von „Bankern“ ist da die Rede und vom „Shopping“ –, so zeigt das Buch, dass viele Themen zeitlos sind: die Frage nach der gerechten Verteilung vorhandener Ressourcen etwa oder eben auch die Gier nach neuen Erwerbungen beziehungsweise das Einkaufen als sinnliches Erlebnis.
Rezension: Anna Joisten
Thomas Ertl
Bauern und Banker
Wirtschaft im Mittelalter
Verlag wbg Theiss, Darmstadt 2021, 88 Seiten, € 29,–





