Krieg in der Ukraine – mitten in Europa. Schwierige Zeiten für Satire? „Nicht einfach, doch es geht“, sagt Museumsleiter Achim Frenz und erinnert an ein jüngstes Werk von Greser & Lenz, dem bundesweit bekannten Hauszeichner-Duo der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, mit vollem Namen Achim Greser und Heribert Lenz. Zu sehen ist „Wladimir der Schreckliche“ Putin, in seinen Armen ein blutüberströmt Sterbender in Uniform, der dem russischen Verteidigungsminister ähnelt. Inspiriert haben sich die Karikaturisten an einem Historiengemälde des 19. Jahrhunderts, das Iwan den Schrecklichen als Mörder seines Sohnes zeigt: „Eine neue Qualität der Satire“, urteilt Frenz, „außergewöhnlich, weil sie, indem sie die Grausamkeit Putins entlarvt, Betroffenheit auslöst.“
Greser und Lenz sind im Caricatura Museum keine Unbekannten. Das Museum hat ihnen 2021 eine große Einzelausstellung gewidmet. Im selben Jahr erwarb es mit Hilfe eines neugeschaffenen Etats 400 Zeichnungen der beiden Karikaturisten und ergänzte damit einen Bestand von rund 12 000 Werken. Darunter sind allein 7000 Originale der „Neuen Frankfurter Schule“ (NFS), jenes legendären Satiriker-Kreises, der sich seit den 1960er Jahren in der Mainmetropole zusammengefunden hatte.





