Die Deutsche Nationalversammlung hielt ihre Abgeordneten auf Trab. Zwischen dem 18. Mai 1848 und dem 18. Juni 1849 gab es 236 Sitzungen. Davon 190 in der Paulskirche, 40 im Ausweichquartier in der Frankfurter deutsch-reformierten Kirche – als von Anfang November 1848 an die Paulskirche wegen Einbaus einer Heizungsanlage für zwei Monate nicht verfügbar war – und sechs an wechselnden Orten in Stuttgart. Dorthin flüchtete sich die linke Minderheit der Abgeordneten als „Rumpfparlament“ in der Endphase der Revolution. Zum Vergleich: Der Deutsche Bundestag hat es in den ersten 13 Monaten der aktuellen 20. Wahlperiode nur auf 71 Sitzungen gebracht, also auf weniger als ein Drittel.
Die Arbeitsintensität der Nationalversammlung erklärt sich durch die Aufgabenfülle. Das Parlament formte sich aus dem Nichts heraus und erarbeitete eine Konstitution, welche die bisherige staatenbündische Ordnung Deutschlands in eine moderne Verfassung auf bundesstaatlicher Grundlage umwandeln sollte.





