Es war ein festlicher Staatsakt. Die niederländische Königin Beatrix (1980–2013) war in ihrem blauen Kostüm leicht zwischen den Anzugträgern und Militärs auszumachen. Sie schüttelte Hände und lächelte. Abertausende von Luftballons stiegen zum Himmel auf. Gemeinsam mit den internationalen Gästen, darunter der französische Staatspräsident François Mitterrand (1981–1995), der deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1984–1994) und Prinz Andrew als Vertreter der englischen Krone, schritt die Königin an den fahnenschwenkenden Zuschauern vorbei. Alle wollten der Eröffnung des Oosterschelde-Sturmflutwehrs beiwohnen, das viele Niederländer bereits als „achtes Weltwunder“ bezeichneten. Ihre Rede hielt Königin Beatrix im Inneren der gewaltigen Anlage auf einer kleinen Bühne. Nachdem sie ihren Gästen auf Englisch, Französisch und Deutsch gedankt hatte, erklärte sie, wie es dazu gekommen war, dass die Niederlande sich entschieden hatten, ein Sturmflutwehr derart kolossaler Ausmaße zu bauen.
Ihre Heimat sei schon immer dem Meer ausgeliefert gewesen, sagte die Königin. Besonders schmerzlich habe sich dies am 1. Februar 1953 gezeigt, als bei einer Sturmflut weite Teile der Provinz Zeeland überschwemmt und mehr als 1800 Menschen getötet worden seien.





