Wer sich mit Leben und Werk Hölderlins intensiver befassen möchte, den nimmt Rüdiger Safranski in bewährter Manier an die Hand. Zur Erschließung des tragischen Lebens und des komplexen Werks des Dichters verfolgt Safranski die Schlüsselfrage, was das für ein „göttliches Feuer“ ist, von dem Hölderlin in seiner Elegie „Brod und Wein“ schreibt und das sein Leben und seine Poesie angetrieben hat.
Wir lesen von seinem Aufwachsen in Lauffen am Neckar, erfahren von seinem Versuch, in der literarischen Welt Fuß zu fassen, von der tragischen Liebe zu Susette Gontard und der fatalen Reise nach Bordeaux, schließlich vom Leben des Dichters in geistiger Zerrüttung im Tübinger Turm. Vor allem aber gelingen Safranski immer wieder schlüssige Interpretationen von zentralen Gedichten oder dem „Hyperion“, und er eröffnet einen Zugang zu Hölderlins philosophischer Gedankenwelt, die den Konflikt mit den politischen Verhältnissen in Deutschland in sich barg.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Rüdiger Safranski
Hölderlin
Komm! ins Offene, Freund!
Biographie. Carl Hanser Verlag, München 2019, 335 Seiten, € 28,–





