Geliebte eines französischen Leutnants während der Revolutionszeit und ledige Mutter, weiblicher Mittelpunkt des frühromantischen „Jenaer Kreises“ um die Schlegel-Brüder, später Gattin des genialen, wesentlich jüngeren Friedrich Schelling, das sind nur einige Lebensstationen der Göttinger Professorentochter.
Mit viel Einfühlungsvermögen, doch auch mit kritischer Distanz und Humor schildert Brigitte Roßbeck den spannenden Lebensweg Carolines und bestimmt ihren Ort im Kontext der Romantik, die eben nicht nur Dichtung, sondern zugleich „Lebenskunst“, Poetisierung des Lebens sein wollte. Bei allem Respekt für die literarischen und philosophischen Leistungen der Romantiker wird deutlich, dass Klatsch und Tratsch, kleinliche Ränke und eine gewisse Selbstverliebtheit ebenso zu ihnen gehören wie ihre unbestrittene Avantgardeposition im dichterischen Deutschland.
Rezension: Talkenberger, Heike





