Leipzig und Halle sind Städte in der Mitte Deutschlands, die zwar nahe beieinander liegen, aber zwei unterschiedlichen Territorien angehörten – Kursachsen und Kurbrandenburg. Auch als urbane Gemeinwesen waren sie unterschiedlichen Charakters. Leipzig war schon im Mittelalter eine bedeutende Messe- und Handelsstadt, deren selbstbewusste Bürger eine gewisse Distanz zu dem in Dresden ansässigen Hof pflegten. Als Buchhandelszentrum und als Universitätsstadt – die Universität wurde bereits 1409 gegründet – war Leipzig schon früh eine einflussreiche Stadt, die auch als kulturelles Zentrum von sich reden machte.
Halle hatte im Mittelalter durch Salzgewinnung und Salzhandel ökonomische Bedeutung erlangt, es gewann in vorreformatorischer Zeit durch den lange in Halle residierenden Magdeburger Erzbischof und Mainzer Kurfürsten Albrecht von Brandenburg (1490 –1545) kulturellen Glanz. Es drohte aber seine hervorgehobene Position einzubüßen, als das Erzstift Magdeburg an Kurbrandenburg fiel. Mit der 1694 erfolgten Gründung der Friedrichs-Universität sollte die Stadt wieder aufgewertet und mit einer neuen Funktion innerhalb des Kurfürstentums versehen werden.





