Die Vielfalt, die der Autor vor dem Leser und Betrachter ausbreitet, ist beeindruckend: Ob es König Gudea von Lagasch ist, der den Tempel von Girsu (im heutigen Irak gelegen) im 3. Jahrtausend v. Chr. errichten ließ, ob ein tragbarer Altar mit Reliquien aus dem Deutschland des 12. Jahrhunderts oder ein buddhistisches Geisterhaus aus dem Thailand des 19. Jahrhunderts – stets haben sich Menschen um einen Kontakt zum Jenseitigen bemüht. Am Ende wirft MacGregor auch einen Blick auf die Entstehung des Atheismus und beklagt, ohne die zerstörerischen Wirkungen zu leugnen, die Religion zu entfesseln imstande ist, den Verlust „einer tragenden Glaubensgemeinschaft“ in unserer säkularen Welt.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Neil MacGregor
Leben mit den Göttern
Verlag C. H. Beck, München 2018, 541 Seiten, € 39,95





