Der junge König Karl XII. von Schweden galt als kriegsversessen. Seine gesamte Herrschaft war geprägt vom Großen Nordischen Krieg, der von Russland, Dänemark-Norwegen, Sachsen-Polen und Schweden um die Vorherrschaft im Ostseeraum geführt wurde. Karl XII. wurde zur prägenden Gestalt dieses Krieges, führte Schweden von Sieg zu Sieg und scheiterte erst 1709 an Russland. Neun Jahre später aber waren die Schweden des ewigen Kampfs müde. Karl hatte sein Heer gegen das dänisch besetzte Norwegen geführt und belagerte die Festung Frederikshald nahe Oslo (Christiania). In der mondhellen Nacht des 11. Dezember 1718 leuchteten die Belagerten das Gefechtsfeld mit Fackeln aus und beschossen die schwedischen Laufgräben mit Leuchtkugeln, Kanonen und Haubitzen. Dennoch wollte sich König Karl oberhalb der Grabenanlagen einen Überblick verschaffen. Als man ihn wenig später auffand, lag er, von einer Kugel tödlich getroffen, allein an der Brustwehr. Heimlich brachte man den Leichnam fort.