Kaum hatte der jugendliche König Heinrich IV. im Jahr 1065 die Schwertleite erhalten und damit die Mündigkeit erlangt, entfaltete er eine Politik kompromissloser Demonstration königlicher Macht und Autorität. Insbesondere die sächsischen Adligen bekamen dies mit aller Härte zu spüren. Vor allem im Harz, im Kernraum Sachsens, ließ der König Burgen errichten, fast allesamt stark befestigte Höhenburgen. Er besetzte diese nicht mit einheimischen Adligen, sondern mit landfremden Dienstleuten (Ministerialen) vorwiegend aus Schwaben. Die Königsmacht war damit tief in den sächsischen Raum vorgedrungen. Obendrein, so berichtet der sächsische Chronist Lampert von Hersfeld mit mancher Übertreibung, waren die Burgbesatzungen schlecht versorgt und fielen raubend und plündernd über Hab und Gut der einheimischen Bevölkerung her. Die sächsischen Adligen reagierten mit Empörung auf diesen als tyrannisch empfundenen Zugriff Heinrichs IV., der aus ihrer Sicht alle Sachsen und Thüringer in die Knechtschaft zwingen wollte.
Am 29. Juni 1073 trat deshalb eine Delegation in Goslar vor den König und forderte unter anderem die Niederlegung seiner Burgen und die Wiederherstellung der sächsischen Freiheit. Doch Heinrich behandelte die Gesandten und ihr Anliegen mit Verachtung und Geringschätzung. Ein Affront, der zum Ausbruch des blutigen, bürgerkriegsähnlichen Sachsenkrieges, zur Absetzung Heinrichs IV. und zur Wahl eines Gegenkönigs führte.





