Am 17. August 1661 war König Ludwig XIV. von Frankreich im Schloss Vaux-le-Vicomte zu Gast. Es war der ganze Stolz des Generalkontrolleurs der Finanzen Nicolas Fouquet und bot die prächtige Kulisse für ein pompöses Fest, das es so in Frankreich noch nie gegeben hatte. Die Tische bogen sich unter den Speisen, die der berühmte Küchenmeister François Vatel kreiert hatte, es gab Schauspiel und Feuerwerk. Neben dem König erlebten 6000 Gäste einen Rausch der Sinne. Das war der Tag, an dem Ludwig XIV. endgültig beschloss, Fouquet zu stürzen. Allein schon, weil er den offen zur Schau getragenen Reichtum als Provokation empfinden musste – noch hatte er kein Versailles, das künftig alle Schlösser in den Schatten stellen sollte. Aber Ludwigs Misstrauen gegenüber Fouquet reichte tiefer: Was, wenn dieser seinen immensen Reichtum und seine politischen Verbindungen gegen ihn, den König, richten und sich an die Spitze einer neuen oppositionellen Fronde stellen würde?