Jahre zuvor war die portugiesische Königsfamilie vor Napoleons Truppen ins brasilianische Exil geflüchtet. Erst 1821 kehrte König Johann VI. nach Portugal zurück, während sein Sohn Pedro nicht ohne Hintergedanken in Südamerika zurückblieb. Johann VI. schätzte die Lage richtig ein, dass die damals in Lateinamerika grassierenden nationalen Unabhängigkeitsbewegungen auch nicht vor dem größten Land Südamerikas haltmachen würden. Pedro sollte sich an die Spitze der Autonomiebewegung Brasiliens setzen, um der Königsfamilie die reichste Kolonie Portugals auch künftig zu bewahren. Getragen von der Oberschicht, wurde Pedro im Dezember 1822 zum Kaiser Brasiliens gekrönt. In den kommenden Jahren gelang es ihm, die innere Einheit des Landes zu festigen. Großgrundbesitzer sicherten seinen monarchischen Machtanspruch, da sie eine Republik mit Sklavenaufständen noch mehr fürchteten. Doch auch Pedros Stern sank mit den Jahren. 1831 trat er zurück und schiffte sich nach 24-jähriger Abwesenheit nach Europa ein. Sein fünfjähriger Sohn wurde zur Nachfolge erkoren. Heute erinnern die Brasilianerinnen und Brasilianer alljährlich am 7. September an den Tag der Unabhängigkeit von ihrem damaligen Mutterland.





