Das Keltenmuseum in Hallein beherbergt auf 3000 Quadratmetern eine der bedeutendsten Sammlungen von Zeugnissen keltischer Kunst und Geschichte in Europa. Es ist in dem Gebäude der ehemaligen Salinenverwaltung aus dem 17. Jahrhundert untergebracht. Im Erdgeschoss wird unter dem Motto „Zeitsprünge – Ursprünge“ zunächst die Urgeschichte des Landes Salzburg zum Thema; ihm kam seit dem 9. Jahrtausend v. Chr. wegen seiner zentralen Lage und seinem Rohstoffreichtum eine große Bedeutung zu. So befand sich auf dem Mitterberg (bei St. Johann) im 2. Jahrtausend v. Chr. die größte Kupferproduktion im Alpenraum. Bronzezeitliche Depotfunde belegen den kulturellen Reichtum der Region schon zu dieser Zeit: Der Spangenhelm vom Pass Lueg, den man früher für keltisch hielt, entstand schon zwischen 1300 und 1000 v. Chr.
Die mit einem bedeutenden Designpreis ausgezeichnete Ausstellung, die sich immer auch an kleine Besucher wendet, überzeugt durch einen strukturgeschichtlichen Zugriff: Es gibt etwa: Mensch – Umwelt – Siedlung, Glaube – Mythos – Opfer, Macht und Ohnmacht oder Diesseits und Jenseits. Die präzisen Raumtexte erklären hervorragend die komplexen Zusammenhänge. Man lernt, warum es zu Depots in Flüssen oder zu Brandopfern kam, wie sich Bestattungssitten änderten, wie sich soziale Hierarchien in den alten Kulturen ausbildeten und dass es schon früh auch Sklaven gab. Am Ende treffen wir zum ersten Mal auf die Kelten: Bezaubernd ist die Statuette eines Hirschs aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die zugleich auf die hochentwickelte Handwerkskunst wie auf Mythologie und Religion verweist.
Die reiche keltische Kultur in Hallein beruhte ganz auf der Gewinnung von Salz. Es ist nicht übertrieben, für historische Zeiten vom Salz als dem „weißen Gold“ zu sprechen. Schon in der Eisenzeit und bis zur Erfindung der Kühltechnik war Salz das einzige Mittel, um Fleisch durch Dehydrierung haltbar zu machen. Vorratshaltung aber wurde zum Ende der Bronzezeit umso notwendiger, als eine Klimaverschlechterung härtere Lebensbedingungen mit sich brachte. Zwischen Rhein und Moldau stieg die Nachfrage nach dem Salz der Region, das man nun durch organisierten Bergbau gewann. Dadurch wurde der beträchtliche Wohlstand der Monopolinhaber, der keltischen „Salzherren“, begründet.
Die Salzgewinnung konzentrierte sich seit 800 v. Chr. auf Hallstatt im Salzkammergut. Wegen der zahlreichen keltischen Funde dort spricht man von der „Hallstattzeit“. Die Hallstätter Kelten waren es auch, die im 6. Jahrhundert v. Chr. auf dem Dürrnberg bei Hallein eine Siedlung errichteten und begannen, die dortigen Salzvorkommen abzubauen. In Hallstatt waren zuvor durch gewaltige Murenabgänge Stollen zugeschüttet worden.





