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Die Legionen des Kaisers
Die römische Armee – und mit ihr die Legion, die bekannteste Heereseinheit – war nichts Statisches: Organisation, Struktur und Kampfweise wurden dem jeweiligen Gegner angepasst. Und auch vor dem Hintergrund des politischen oder gesellschaftlichen Kontexts wandelten die Streitkräfte ihr Gesicht.
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Im Jahr 25 hielten die Soldaten der prätorianischen Kohorten eine öffentliche Militärübung in Rom ab. Zuschauer waren römische Senatoren. Der Anblick der Elitetruppe in voller Ausrüstung sollte ihnen vor Augen führen, dass jeder Versuch, sich gegen Kaiser Tiberius (14 –37) zu verschwören, im Keim erstickt werden würde. Diese Drohkulisse war außergewöhnlich. Zwar hatte schon Kaiser Augustus (31 v. Chr. –14 n. Chr.) nicht allein auf seine Beliebtheit, sondern auch auf die Kampfkraft seiner Leibgarde vertraut, jedoch war Tiberius der Erste, der Rom den martialischen Glanz seiner Garde vorführte. Die Botschaft: Die Prätorianer, die Auslese der römischen Armee, standen bereit, um mitten im Herzen des Reichs Blut für ihren Kaiser zu vergießen.
Für viele Römer war das sicherlich eine schockierende Erkenntnis. So neu sich die Lage aber in Rom auch anfühlte, war sie auf ihre Weise doch auch typisch für die römische Armee – denn diese war vor allem eines: anpassungsfähig. Auf dem Zenit römischer Macht sicherten und erweiterten die Legionen Roms ein gewaltiges Reich, das im Westen Gallien, im Osten Syrien und Ägypten und dazwischen den größten Teil West-, Mittel- und Südeuropas sowie Nordafrika und Kleinasien umfasste. Die Legion als Heereseinheit entstand im frühen oder mittleren 4. Jahrhundert v. Chr. und ersetzte die bis zu dieser Zeit übliche Phalanxformation. Möglicherweise übernahmen die Römer die Kampfweise von den Samniten – einem italischen Volksstamm, mit dem die Römer bis zum Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. um die Kontrolle Kampaniens stritten. Auch der ikonische Turmschild, das scutum, war vielleicht eine samnitische Erfindung – so wie das typische Kurzschwert der Legionäre, der gladius, spanischen Ursprungs war.
Es gibt nur wenig gesichertes Wissen über Struktur und Kampfweise der Legionen
Wie die Legion über die Jahrhunderte hinweg in der Schlacht auftrat, welche Truppenteile zu ihr gehörten und wie viele Legionäre sie umfasste, lässt sich nicht exakt bestimmen – zu sporadisch und teils widersprüchlich sind die Quellen. Laut dem antiken Geschichtsschreiber Polybios (um 200 – um 120 v. Chr.) setzte sich eine Legion aus 4200 Fußsoldaten und 300 Reitern zusammen. Es war allerdings möglich, eine Legion deutlich zu vergrößern, wenn dies notwendig schien.
Mit der Zeit wechselten die Gegner Roms, und mit ihnen wechselten auch die Legionäre ihre Kampfweise. Eine wesentliche Neuerung stellte die Einführung der Kohorte dar – eine ungefähr 480 Mann starke Untereinheit der Legion, die an die Stelle des kleineren Manipels rückte. So ließ sich eine Legion besser aufteilen, um es mit mehreren kleinen beweglichen Gruppen aufnehmen zu können. Diese Reform wurde spätestens zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. vorgenommen.
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Zur selben Zeit wurde auch die Ausrüstung vereinheitlicht. Jeder Legionär trug nun das gleiche Kettenhemd und den gleichen Helm, stach mit dem gleichen Schwert und dem gleichen Speer (pilum) zu und schloss die Schild-mauer mit dem gleichen Turmschild. Leichte Infanterie verschwand vollständig aus der Legion.
Seit den Reformen des Gaius Gracchus 123/122 v. Chr. wurden Legionäre auf Kosten der Republik ausgerüstet, anstatt selbst dafür aufkommen zu müssen. Diese Neuerung gelangte zu besonderer Bedeutung, als es der gefeierte Feldherr Gaius Marius (158/157–86 v. Chr.) Mitgliedern der besitzlosen proletarii ermöglichte, in der Legion zu dienen. Marius war es auch, der den Legionsadler als wichtigste Standarte der Legion einführte.
Die Legionen bildeten allerdings nur etwa die Hälfte der römischen Armee. Die andere Hälfte bestand aus den Aufgeboten der italischen Bundesgenossen und den Hilfstruppen verbündeter und unterworfener Völker der gesamten römischen Einflusssphäre. Besonders die Kavallerie fiel fast vollständig in den Aufgabenbereich von Nicht-Römern. Und nachdem die leichte Infanterie gänzlich aus den Legionen verschwunden war, wurden auch solche Einheiten vermehrt von ihnen gestellt. Dazu kamen Bogenschützen, Schleuderer und andere Spezialeinheiten. Über die Größe und Kampfweise dieser Truppenteile ist allerdings noch weniger bekannt als über die der Legionen. Wahrscheinlich kämpften besonders italische Aufgebote schon früh mit römischer Ausrüstung und nach römischer Art.
In Rom gab es keine Militärakademie. Befehlshaber, die im Zug des cursus honorum, der senatorischen Ämterlaufbahn, das Kommando über einen Truppenverband übernahmen, mussten sich zunächst auf ihre erfahrenen Offiziere verlassen. Erst jahrelange Erfahrung im Feld formte legendäre Anführer. Kommandeure wie Gnaeus Pompeius Magnus (106 – 48 v. Chr.) oder Gaius Julius Caesar (100 – 44 v. Chr.) erfreuten sich bei ihren Soldaten großer Beliebtheit.
In den Tagen der späten Republik trat immer offensichtlicher zutage, dass charismatische und erfolgreiche Kommandanten die Geschicke des Reiches lenken konnten und in letzter Konsequenz auch dazu in der Lage waren, mit Hilfe des Militärs die Macht ganz an sich zu reißen. Sullas Diktatur (82–79 v. Chr.) machte dies so deutlich wie nie. Und Caesar war es schließlich, der das Ende der Republik herbeiführte. In der gesamten römischen Welt kämpften nun Legionen gegen Legionen – ein Bürgerkrieg, der sich über den Tod Caesars hinaus fortsetzten sollte, die letzten Reste der Republik vollends zerstörte und mit deren Ende den Beginn der Kaiserzeit einläutete.
Mit dem Ende der Republik gehört die Loyalität dem Kaiser
Für Rom begann damit eine neue Ära. Das galt auch für seine Armee. Zum Ende des Kriegs standen etwa 60 Legionen unter Waffen. Rund eine halbe Million Männer, bewaffnet und gerüstet, warteten auf Befehle – eine für Friedenszeiten viel zu hohe Zahl. Kaiser Augustus behauptete später, er habe das Heer nach Kriegsende um 60 Prozent verkleinert. Und in den folgenden Jahrhunderten verfügte Rom stets über 25 bis 30 Legionen.
Die etwa 150 000 Legionäre waren in erster Linie in den Frontregionen stationiert. Die einzelnen Verbände wurden in der Regel nicht auseinandergezogen; die Bemannung kleiner Grenzposten überließ man den Hilfstruppen. Im Inland hatten Legionäre schon immer eine Vielzahl an Auf-gaben übernommen. Als Ingenieure, Baumeister, Vermesser und Arbeiter errichteten sie Häfen, Verwaltungszentren und Repräsentationsbauten und legten Straßen und Kanäle an. Jenseits der griechisch-römisch geprägten Welt agierten sie als Verwaltungsbeamte, teilweise mit Regierungsaufgaben. Legionäre ließen das Reich nicht nur immer weiter wachsen – sie füllten es auch mit römischer Kultur.
Zu dieser Kultur gehörte nun auch der Kaiser. Seit Augustus war der Kaiser der Oberbefehlshaber aller römischen Truppen. Die Soldaten bekräftigten ihre Loyalität ihm gegenüber mit einem Treueid. Sein Bildnis, in Form von Porträts und Statuen, war in den Lagern überall präsent. Einer der höchsten Ränge der Legion war nun der des imaginifer, dem es oblag, das Bildnis des Kaisers an der Spitze der ersten Kohorte vor der Armee herzutragen. Der Kaiser verlieh den Legionen Ehrennamen und quittierte die ehrenvolle Entlassung von Hilfstruppen mit Urkunden und der Verleihung des römischen Bürgerrechts.
Mit Siegesmonumenten wurde dem Volk in Rom vorgeführt, dass der Kaiser und die Armee gemeinsam auftraten. Je mehr ein Krieg dem Reich abverlangte, je härter ein Sieg erkämpft worden war, desto mehr wurde die entscheidende Rolle des Kaisers in der öffentlichen Darstellung herausgekehrt.
Der Kaiser selbst erschien als Krieger, auch wenn er sich, im Gegensatz zu den Befehlshabern der Legionen, keinesfalls selbst ins blutige Geschehen stürzte. Ihm galt – so wollte es die neue Ordnung – der Ruhm jeder Eroberung, jeder gewonnenen Schlacht. Die Siegerbeinamen unterstrichen diesen Anspruch. Wer dies vergaß, riskierte sein Leben: Vermutlich ließ Kaiser Domitian (81 – 96) den Gouverneur von Britannien Sallustius Lucullus sogar hinrichten, weil dieser es zugelassen hatte, dass eine Lanzenart ihm zu Ehren „lucullische Lanze“ genannt wurde. Alle Ehre gebührte dem Kaiser.
Natürlich waren Befehlshaber dennoch weiterhin dazu in der Lage, aus den ihnen anvertrauten Legionen eine Gefolgschaft zu formen – trotz desallgegenwärtigen Kaisers. Wer selbst nach der Kaiserwürde strebte, erweckte bevorzugt den Anschein, von seinen Truppen zur Machtergreifung gedrängt worden zu sein. So tat es Vespasian (69–79), so tat es Septimius Severus (193–211), und so tat es auch Julian (360 –363).
Dementsprechend war es von entscheidender Bedeutung für einen Kaiser, von den Soldaten des Reichs als kompetenter Oberbefehlshaber angesehen zu werden. Dabei war die Selbstdarstellung oft wichtiger als tatsächliche Erfolge im Krieg. Kaiser Claudius (41–54) konnte sich beispielsweise als Bezwinger Britanniens präsentieren, obwohl er selbst kaum etwas zu dem Feldzug beigetragen hatte – die maßgeblichen Vorbereitungen hatte sein Vorgänger Caligula (37– 41) getroffen. Kaiser, die keine großen Kriege führten, mussten Wege finden, ihre Rolle als Oberbefehlshaber auf andere Weise zu unterstreichen. Hadrian war ein solcher Herrscher: Bekannt für seine ausgedehnten Reisen, die mehr als die Hälfte seine Herrschaft einnahmen, nutzte er jede Gelegenheit, Heerlager zu besuchen und sich den Soldaten als Krieger, Jäger und wachsamer Patron zu präsentieren. Kaiser Commodus (180 –192) stilisierte sich indes als Gladiator und machte den Kampf für Rom zum Schauspiel.
Die Prätorianer werden zum Machtinstrument
Überdies umgaben sich die Kaiser seit Augustus mit einer Leibgarde. Diese Praxis stammte aus der Zeit der Republik, als Kommandanten ausgewählte Soldaten zu ihrem persönlichen Schutz abgestellt hatten – prätorianische Kohorten, benannt nach dem praetorium, dem Zelt des praetor, des Anführers. Besonders, als sich während der letzten Phase des Bürgerkriegs Oktavian – der spätere Kaiser Augustus – und Mark Anton gegenüberstanden, stützten sich die Kontrahenten auf diese Prätorianer.
Der antike Geschichtsschreiber Appian überliefert, dass die persönliche Garde Mark Antons – die erste von zwei, die er in Rom aufbaute – aus 6000 Zenturionen, also „Hunderschaftsführern“, bestand, womit wahrscheinlich gemeint ist, dass alle Mitglieder der Garde Sold und Status eines Offiziers erhielten. Sie waren, wie eine Legion, in Kohorten organisiert, die von Tribunen geführt wurden. Und sie sorgten für Unruhe bei den römischen Senatoren. Insofern waren sie den Prätorianern späterer Tage bereits sehr ähnlich.
Oktavians Prätorianer boten Appian zufolge ein gänzlich anderes Bild: Sie waren gleichfalls Elitetruppen, erfahrene Veteranen Caesars, aber sie waren unzureichend bewaffnet und traten als 10 000 Mann starker Haufen ohne die üblichen Truppenuntergliederungen auf.
Oktavian baut vor – und setzt dauerhaft auf eine Leibgarde
Als der Krieg zugunsten Oktavians entschieden war, machte er aus der Garde eine feste Institution. Er wollte nicht den Fehler wiederholen, den Caesar 44 v. Chr. gemacht hatte: Voller Vertrauen auf seine große Beliebtheit beim Volk und die Unterwürfigkeit des Senats, hatte er seine spanische Leibgarde entlassen und war wenig später ermordet worden. Oktavian rief die prätorianischen Kohorten ins Leben, zusammengesetzt aus den besten Legionären seiner Truppen ebenso wie den Truppen seines bezwungenen Gegners.
Wie groß die Garde zu dieser Zeit war, ist unklar – was auch mit der unbeantworteten Frage zusammenhängt, ob die prätorianischen Kohorten 500 oder 1000 Mann umfassten. Sollte letzteres der Fall gewesen sein, hätten Oktavian, wie zu Zeiten des Bürgerkrieges, 10 000 Prätorianer zur Verfügung gestanden. Auf jeden Fall waren sie noch über Italien verteilt, nicht in Rom konzentriert – wohl auch, um den Eindruck einer Militärherrschaft zu vermeiden.
Das änderte sich bereits unter dem zweiten Kaiser, Tiberius. In den Jahren seiner Herrschaft durchlief die Prätorianergarde eine folgenreiche Entwicklung: Ihr Anführer war zu dieser Zeit ein Mann namens Lucius Aelius Seianus, der möglicherweise schon früh Ambitionen hegte, die über die Erfüllung seines Amtes hinausgingen. Das politische Spiel reizte ihn, und er verstand es, sich in Szene zu setzen. Im Jahr 21 verschaffte er seinem Onkel das Amt des Prokonsuls der Provinz Africa. Kurz darauf zerstörte ein Brand das Theater des Pompeius, und Seianus erntete die Lorbeeren für die Eindämmung des Brandes, der für die ganze Stadt zu einer Katastrophe hätte werden können. Der Senat entschied, eine Statue zu seinen Ehren zu errichten.
Im Jahr 23 wurde die sogenannte Castra Praetoria fertiggestellt, die alle Prätorianer in einem Lager vor den Toren Roms vereinte. Wer dieser Truppe den Marschbefehl gab, konnte Rom beherrschen – und Seianus wurde klar, dass dies nicht der Kaiser sein musste. Hinter den Kulissen begann er, wie der antike Historiker Cassius Dio (um 163 – um 235) berichtet, schon bald damit, Pläne zu schmieden und zu intrigieren. Dann fing er an, seine Feinde aus dem Weg zu räumen, darunter auch den Senator und Historiker Cremutius Cordus, der die Aufstellung der Seianus-Statue nach dem Brand im Theater des Pompeius kritisiert hatte. Seianus stellte fest, dass ihm niemand in den Weg trat. Und als Tiberius Rom den Rücken kehrte und die Villa Jovis auf der Insel Capri bezog, wagte sich Seianus weit vor.
Seinen Geburtstag ließ er wie einen Staatsakt feiern. Unmissverständlich gab er den Eliten Roms zu verstehen, dass sie sich mit ihm gut stellen mussten. Und die Senatoren verstanden. Überall wurden in der Stadt Seianus-Statuen errichtet. Tiberius schien all dies zu billigen – vielleicht aus Unbedarftheit, aus Hilflosigkeit oder aber mit berechnendem Kalkül: Möglicherweise wollte er Seianus vorgaukeln, dass er seinem Ziel immer näher kam. Er teilte sich das Konsulat mit Seianus und band ihn sogar in den Kaiserkult mit ein. Vor Seianus-Bildnissen wurden nun Opfer dargebracht.
Der Fall Sejans reißt die Elitetruppe nicht mit in den Abgrund
Der Schlag gegen Seianus kam scheinbar aus dem Nichts. Tiberius bot die Prätorianer-Präfektur einem gewissen Quintus Naevius Cordus Sutorius Marco an. Dieser lockte Seianus in den Apollon-Tempel, wo dieser große Ehrungen zu empfangen glaubte. Doch der Tempel wurde von den vigiles umstellt – den Nachtwächtern und Feuerwehrleuten Roms, eine Truppe aus ehemaligen Sklaven, der in dieser Sache größeres Vertrauen geschenkt wurde als den hochgeachteten Prätorianern. Seianus wurde festgenommen, angeklagt und zum Tod verurteilt. Seine Leiche wurde die Gemonische Treppe (ein Treppenbau, der zum Tiber hinabführte) hinabgeworfen. Dasselbe Schicksal ereilte seine Kinder. Anschließend begann die Jagd auf seine weitere Verwandtschaft. Auch sein Onkel, den er zum Prokonsul gemacht hatte, wurde hingerichtet.
Die blutige Rache an Seianus er‧fasste die Prätorianergarde nicht. Sie wurde nun von Marco geführt, der Seianus in den Hinterhalt gelockt hatte. Vielleicht war der Sturz ihres umtriebigen Anführers eine Demütigung für die stolzen Elitesoldaten, vielleicht ließ er sie auch kalt – sicher ist, dass sich der Machtzuwachs der Prätorianer immer weiter fortsetzen sollte. Nachdem Caligula ermordet worden war, hatten sie maßgeblichen Anteil an der Machtergreifung des Claudius. Als sie Nero (54 –68) fallenließen, besiegelte dies sein Ende. Und im folgenden Bürgerkrieg spielten sie eine wichtige Rolle.
Jeder Legionär identifizierte sich mit seiner Legion. Die Legionen trugen Ehrennamen, gaben sich trotz der im ganzen Reich gleichen Uniformierung durch eigene Insignien zu erkennen – die VIII. Legion etwa durch den Stier oder die XXII. durch den Steinbock –, und sie hatten alle ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Legenden und ihre eigenen Helden. Schwachen Kaisern gelang es immer schlechter, die Loyalität der Armee zu einer Stütze der eigenen Macht werden zu lassen. Die Legionäre waren selbstbewusst – und letztlich: machtbewusst.
Das galt besonders für die Prätorianer, ganz gleich, ob sie unter ihrem Skorpionsbanner marschierten, Mitglieder der kaiserlichen Familie bewachten oder Roms Bevölkerung schikanierten – sie verstanden sich als die absolute Elite der Armee. Und die Armee trug das Reich. Als Prätorianer am 2. März 193 Kaiser Pertinax ermordeten und den Meistbietenden zu seinem Nachfolger erhoben, war dies nur konsequent. Es zeichnete sich ab: Dem Kaisertum entglitt kontinuierlich die Kontrolle über seine Soldaten.
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