von RONALD D. GERSTE
Der Präsident war erkennbar erschöpft, drei Stunden Händeschütteln und Smalltalk hatten ihn mitgenommen. Um zwei Uhr nachmittags war der Neujahrsempfang endlich zu Ende, und Abraham Lincoln begab sich in sein Büro im ersten Stock des Weißen Hauses. Sein Außenminister William Seward, dessen Sohn Fred und einige wenige Mitarbeiter waren anwesend bei diesem wahrhaft historischen Moment, der den 1. Januar 1863 zu einer Wendemarke in der Geschichte der USA machte. Lincoln wartete einige Sekunden, nachdem er die Feder ergriffen und sich über das Dokument gebeugt hatte. Die Unterschrift, diese eine Unterschrift durfte nicht von einer ermüdeten Hand, einem nach all den zurückliegenden Anstrengungen verkrampften Arm geführt werden. Doch für Lincoln war mehr im Spiel: „Ich hielt inne, und ein Anflug von Aberglauben überkam mich, der mich zögern ließ.“ Dann setzte er zu einer für Millionen Menschen schicksalsschweren Signatur an: „Niemals in meinem Leben war ich so sicher, das Richtige getan zu haben, wie bei der Unterzeichnung dieses Papiers.“





